Progressive Gruppen in West Visayas kritisieren Regierung vor Marcos' fünfter SONA
Im Vorfeld der fünften jährlichen Ansprache des Präsidenten an die Nation (State of the Nation Address, SONA) haben progressive Organisationen in West Visayas die Regierung unter Ferdinand Marcos Jr. scharf kritisiert. Die Gruppen werfen der Administration vor, die sich verschlechternde Lebensbedingungen der einfachen Bevölkerung nicht ausreichend zu adressieren. Während Präsident Marcos seine Rede am Montag, den 27. Juli, vor einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses halten soll, bereiten die zivilgesellschaftlichen Akteure eine eigene Gegenrede vor, die als „People’s SONA“ bekannt ist.
Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, den 23. Juli, kamen Vertreter aus den Bereichen Arbeit, Jugend, Frauen, Fischerei, Kirche und städtische Armut zusammen, um die aktuelle Lage des Landes darzustellen. Nathaniel Bagaut von der Organisation Pambansang Lakas ng Kilusang Mamamalakaya ng Pilipinas-Panay hob die anhaltenden Schwierigkeiten von Fischern und Landwirten auf der Insel Panay hervor. Er kritisierte, dass die Regierungspolitik die marginalisierten Gemeinschaften eher tiefer in die Armut treibe, anstatt eine wirksame Existenzsicherung zu bieten.
Auch der Bildungssektor steht im Fokus der Kritik. Matt Gonzaga von der Gruppe Pamatan-on Kontra Kurapsyon bezeichnete die Behauptung der Regierung, das Bildungsbudget sei „historisch“ hoch, als unzutreffend. Laut Gonzaga würden die Mittel bei Schülern und Lehrkräften nicht ankommen; es mangle weiterhin an Ressourcen, die Unterricht fände in baufälligen provisorischen Klassenzimmern statt und Lehrer erhielten keine angemessene Vergütung. Gonzaga rief die Jugend dazu auf, aus der Geschichte des Landes zu lernen und Rechenschaft sowie Gerechtigkeit einzufordern.
Auch die kirchliche Seite äußerte sich zu den sozialen Herausforderungen. Clarizel Joy Abellar von der Jaro Archdiocesan Commission on Laity betonte, dass die Teilnahme am Aufbau der Nation eine moralische Verpflichtung sei. Sie forderte die Gläubigen auf, ihren Glauben durch konkretes Handeln inmitten der wirtschaftlichen Schwierigkeiten unter Beweis zu stellen. Die geplanten Demonstrationen zur „People’s SONA“ sollen landesweit koordiniert stattfinden und zeitgleich mit der offiziellen Ansprache des Präsidenten am 27. Juli erfolgen.