Präsident Marcos: Ombudsman bereitet Klagen gegen ehemaligen Sprecher vor
EditIm Rahmen seiner fünften Lagebericht an die Nation (State of the Nation Address, SONA) vor dem Kongress im Batasang Pambansa hat Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. enthüllt, dass das Büro des Ombudsmanns derzeit die Einreichung mehrerer Klagen gegen den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses vorbereitet. Grund dafür sind laufende Untersuchungen zu mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten bei Hochwasserschutzprojekten.
Der Präsident betonte, dass er nicht der Präsident seiner Familie oder seiner Freunde sei, sondern der Präsident der Philippinen, dessen Pflicht dem Volk gelte. Obwohl der Schritt gegen den ehemaligen Sprecher persönlich schmerzhaft sei, müsse das Richtige getan werden, um das Gesetz zu wahren, erklärte Marcos.
Er bezog sich dabei auf sein Versprechen aus dem Vorjahr, Korruption bei Hochwasserschutzmaßnahmen aufzudecken. Eine umfassende und unparteiische Untersuchung habe bereits dazu geführt, dass gegen beteiligte Bauunternehmer, hochrangige Regierungsbeamte und Abgeordnete Klagen erhoben und diese inhaftiert wurden.
Im Zuge dieser Maßnahmen konnte die Regierung öffentliche Gelder und Vermögenswerte im Wert von fast 25 Milliarden Pesos sicherstellen oder einfrieren, die mit den Unregelmäßigkeiten in Verbindung stehen. Davon seien bereits über 800 Millionen Pesos unmittelbar an die Staatskasse zurückgeführt worden. Marcos versicherte, dass alle weiteren aus diesen Fällen zurückgewonnenen Gelder ebenfalls dem Staat wieder zur Verfügung stehen werden.
Um weitere Verluste zu vermeiden, habe die Regierung die Auszahlung von Geldern für mangelhafte, gefälschte oder fiktive Infrastrukturprojekte gestoppt. Der Präsident erklärte, dass man verhindert habe, dass Steuergelder in die Taschen korrupter Auftragnehmer und Beamter fließen.
Die strafrechtliche Verfolgung wurde dem Büro des Ombudsmanns und dem verstärkten Nationalen Staatsanwaltschaftsdienst (National Prosecution Service) übertragen. Marcos äußerte Vertrauen in die Justiz und die kommenden Urteile.
Neben der Strafverfolgung setzt die Regierung auf institutionelle Reformen zur Prävention. Im Ministerium für öffentliche Arbeiten und Autobahnen (Department of Public Works and Highways, DPWH) habe bereits eine personelle Erneuerung stattgefunden, bei der neue Fachkräfte und kompetentes Personal eingestellt wurden, um die Integrität der Behörde zu stärken.
Die Überprüfung der Projekte wurde zudem ausgeweitet: Nicht mehr nur Hochwasserschutzmaßnahmen, sondern sämtliche Infrastrukturvorhaben werden nun auf ihre Notwendigkeit, Planung, Preisgestaltung und Umsetzung geprüft. Um Überpreisungen zu verhindern, wird sichergestellt, dass die verwendeten Materialien den Marktpreisen entsprechen.
Zur Erhöhung der Transparenz werden alle Infrastrukturprojekte und deren Budgets über das Transparency Portal und die Integrity Chain engmaschig überwacht. Dabei arbeiten die Behörden mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, die als Partner bei der Aufsicht über die Projektumsetzung und die Verwendung öffentlicher Mittel fungieren. Marcos hob zudem hervor, dass Meldungen über Verdachtsfälle über die Plattform „Isumbong sa Pangulo“ eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Korruption spielten.












