Präsident Marcos kündigt rechtliche Schritte gegen Cousin Martin Romualdez an
EditPräsident Ferdinand Marcos Jr. hat in seiner vorletzten Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) am Montag, den 27. Juli 2026, angekündigt, dass gegen seinen Cousin, den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses Martin Romualdez, in Kürze mehrere Klagen erhoben werden sollen. Marcos betonte dabei, dass er nicht der Präsident seiner Familie oder seiner Freunde sei, sondern dem philippinischen Volk verpflichtet bleibe und das Richtige tun müsse, auch wenn die Situation schmerzhaft sei.
Die Ankündigung folgt auf Ermittlungen des Ombudsmanns, der Romualdez als zentrale Figur in einem Korruptionsskandal um milliardenschwere Hochwasserschutzprojekte identifiziert hat. Laut dem stellvertretenden Ombudsmann Mico Clavano geht es um ein System, bei dem öffentliche Gelder, die eigentlich zum Schutz der Bevölkerung vor Überschwemmungen vorgesehen waren, zweckentfremdet wurden. Die Behörde bereitet derzeit Klagen wegen Geldwäsche und Plünderung (Plunder) vor und steht kurz vor der offiziellen Einreichung der Anklage.
Ein spezielles Ermittlungsgremium des Ombudsmanns hat zudem eine ergänzende Beschwerde gegen Romualdez und den ehemaligen Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Zaldy Co, eingereicht. Den Ermittlern zufolge sollen die beiden zwischen 2022 und 2025 durch die Zweckentfremdung öffentlicher Mittel und die Annahme unrechtmäßiger Vorteile ein Vermögen von etwa 56 Milliarden Pesos angehäuft haben. Die Vorwürfe umfassen Plünderung, Korruption und direkte Bestechung. Es besteht der Verdacht, dass verschiedene Unternehmen als Strohmänner genutzt wurden, um Vermögenswerte zu verbergen, die Romualdez und seinen Partnern gehören.
Martin Romualdez, der im September 2025 nach den ersten Vorwürfen im Haushaltswesen von seinem Amt als Sprecher zurücktrat, wies die Anschuldigungen zurück. In einer Stellungnahme erklärte er, dass er die Äußerungen des Präsidenten respektiere, aber stets darauf bestanden habe, keine Gefälligkeiten oder Sonderbehandlungen einzufordern. Er sei bereit, seine Unschuld im Rahmen des rechtmäßigen Prozesses zu beweisen.
Der Skandal um die Hochwasserschutzprojekte hat bereits erste Konsequenzen nach sich gezogen. Marcos berichtete, dass bereits erste Anklagen gegen Bauunternehmer, DPWH sowie Abgeordnete erhoben wurden und diese teilweise inhaftiert sind. Zu den bereits angeklagten Personen zählen unter anderem der Senator Jinggoy Estrada, der ehemalige Senator Ramon „Bong“ Revilla Jr. sowie der ehemalige DPWH-Minister Manuel Bonoan.
In einem verwandten Fall erließ das Sandiganbayan-Antikorruptionsgericht am Montag einen Haftbefehl gegen den Abgeordneten James „Jojo“ Ang der Uswag Ilonggo Parteiliste. Ang wird vorgeworfen, in 14 Korruptionsfällen verwickelt zu sein, da er während seiner Amtszeit Anteile an einem Bauunternehmen gehalten haben soll, das Verträge im Wert von 214 Millionen Pesos vom DPWH erhielt und dafür fast 199 Millionen Pesos vereinnahmte. Dies verstößt gegen das Verfassungsgebot, dass Amtsträger keine privaten Interessen an Regierungsaufträgen haben dürfen.













