Präsident Marcos kündigt Klagen gegen Cousin Martin Romualdez an
EditEin Skandal um Unregelmäßigkeiten bei Hochwasserschutzprojekten und anderen Infrastrukturvorhaben hat zu rechtlichen Schritten gegen den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses, Martin Romualdez, geführt. Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat angekündigt, dass die Regierung mehrere Klagen beim Büro des Ombudsmanns einreichen wird.
Die Ermittlungen der Administration haben laut Präsident Marcos zu den mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten geführt. In seiner fünften Ansprache an die Nation (State of the Nation Address, SONA) vor dem gemeinsamen Kongress erklärte er, dass Romualdez sein Cousin sei, betonte jedoch, dass er nicht der Präsident seiner Familie, sondern der Präsident der Philippinen sei. Seine Pflicht gelte dem Volk und dem Gesetz, das für niemanden, auch nicht für Verwandte, außer Reichweite bleibe.
Die Untersuchungen haben bereits zu strafrechtlichen Anzeigen und Festnahmen von Auftragnehmern, DPWH geführt. Im Zuge der Ermittlungen habe die Regierung Zahlungen für mangelhafte oder fiktive Projekte gestoppt. Dabei seien Gelder und Vermögenswerte in Höhe von fast 25 Milliarden Pesos eingefroren oder gesichert worden. Über 800 Millionen Pesos seien bereits an die Nationalkasse zurückgeflossen.
Neben der Korruptionsbekämpfung plant die Regierung auch Maßnahmen zur finanziellen Entlastung der Bevölkerung. Präsident Marcos schlug dem Kongress vor, das Gesetz zur Reform der Stromindustrie (Electric Power Industry Reform Act) zu ändern, um Systemverlustgebühren und die darauf erhobene Mehrwertsteuer von den Verbrauchern zu entfernen. Zudem kündigte er an, dass über 60 Milliarden Pesos für Hilfsprogramme bis zum Jahresende bereitgestellt werden, wobei ein Teil der aus Korruptionsfällen zurückgewonnenen Gelder in soziale Schutzprogramme fließen soll.
Die geplanten Hilfsprogramme sollen rund 7,5 Millionen Familien unterstützen, darunter 3,5 Millionen Empfänger des Pantawid Pamilyang Pilipino Programms (4Ps) und des Walang Gutom Programms sowie 1,5 Millionen Mindestlohnempfänger, die SSS sind. Weitere 2,5 Millionen bedürftige Filipinos sollen ebenfalls Unterstützung erhalten. Zudem forderte Präsident Marcos Steuerreformen, die unter anderem Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von bis zu 350.000 Pesos von der Einkommensteuer befreien sollen.












