Wirtschaft: Iloilo

Präsident Marcos fordert Reform des Stromgesetzes gegen Systemverluste

Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat in seiner jüngsten Ansprache an die Nation (State of the Nation Address, SONA) eine Änderung des Electric Power Industry Reform Act (EPIRA) gefordert. Ziel der geplanten Reform ist es, den Stromversorgern zu untersagen, sogenannte Systemverluste sowie die darauf anfallende Mehrwertsteuer direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
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Unter Systemverlusten versteht man die Menge an Elektrizität, die auf dem Weg von den Kraftwerken über Leitungen und Transformatoren bis zu den Endverbrauchern verloren geht. Man unterscheidet dabei zwischen technischen Verlusten, die durch den elektrischen Widerstand in den Leitungen unvermeidbar sind, und nicht-technischen Verlusten. Letztere entstehen durch Stromdiebstahl, Manipulationen an Zählern, illegale Anschlüsse oder Abrechnungsfehler.

Eine Abschaffung der Kostenweitergabe könnte die Stromrechnungen der Haushalte kurzfristig senken, etwa um einige Centavo pro Kilowattstunde. Zudem könnte dies die Energieversorger dazu motivieren, veraltete Anlagen zu modernisieren und Maßnahmen gegen Stromdiebstahl zu verstärken, da jeder verlorene Kilowattstunde direkt Einnahmen entgehen würden.

Experten warnen jedoch vor den langfristigen Folgen einer solchen Änderung. Jonathan Cabrera, der in seiner persönlichen Eigenschaft auf die Problematik hinwies, erklärte, dass insbesondere elektrische Genossenschaften (Electric Cooperatives) in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten. Da diese oft als gemeinnützige Organisationen ohne andere Einnahmequellen agieren, müssten sie die Verluste selbst tragen, wenn sie diese nicht mehr auf die Kunden umlegen dürften.

Dies könnte dazu führen, dass Wartungskosten gesenkt, notwendige Ersatzbeschaffungen aufgeschoben oder neue Schulden aufgenommen werden müssen, was die Betriebssicherheit gefährdet. In der Folge könnten häufigere Stromausfälle, Unannehmlichkeiten und wirtschaftliche Verluste für Unternehmen drohen. Aktuell erlaubt die Regulierungsbehörde Energy Regulatory Commission (ERC) den Versorgern, Systemverluste innerhalb bestimmter Grenzen abzurechnen. Während private Versorgungsunternehmen wie MORE Power oder Davao Light eine Obergrenze von 5,50 % haben, liegt der zulässige Rahmen für elektrische Genossenschaften zwischen 8,25 % und 10,25 %.