Präsident Marcos fordert Ende der Stromkosten für Netzverluste
EditPräsident Ferdinand Marcos Jr. hat in seiner jüngsten Ansprache an die Nation gefordert, dass Stromversorger die Kosten für sogenannte Systemverluste nicht länger an die Verbraucher weitergeben dürfen. Er plädiert dafür, das Gesetz zur Reform der Stromindustrie (Electric Power Industry Reform Act, EPIRA) umgehend zu ändern, um diese Gebühren sowie die darauf erhobene Mehrwertsteuer zu verbieten.
Systemverluste beschreiben die Differenz zwischen der Menge an Elektrizität, die in ein Stromnetz eingespeist wird, und der Menge, die letztlich bei den Kunden gemessen und abgerechnet wird. Laut dem Energieversorger Meralco machen diese Verluste etwa 5 Prozent einer durchschnittlichen Stromrechnung aus. Diese Kosten decken laut Unternehmen den Strom, der bereits beim Einkauf bei Erzeugungsunternehmen und den Übertragungsgebühren der National Grid Corporation of the Philippines anfällt, bevor er die Endverbraucher erreicht.
Die Verluste setzen sich aus technischen und nicht-technischen Faktoren zusammen. Technische Verluste sind physikalisch bedingt, da elektrischer Strom beim Transport durch Leitungen Widerstand erfährt und Energie in Wärme umgewandelt wird. Nicht-technische Verluste entstehen hingegen durch Stromdiebstahl, illegale Anschlüsse sowie defekte oder fehlerhafte Zähler. Während technische Verluste schwerer zu vermeiden sind, könnten nicht-technische Verluste durch modernere Technik und verbesserte Betriebsabläufe deutlich reduziert werden.
Das Energieministerium (Department of Energy, DOE) unterstützt den Vorschlag des Präsidenten. Das Ministerium betonte, dass Verbraucher nicht die Last vermeidbarer Verluste tragen sollten, die durch den Einsatz digitaler Technologien, modernere Zähler, den Ausbau des Netzes und strengere Maßnahmen gegen Stromdiebstahl gesenkt werden könnten.
Um die Forderung von Marcos umzusetzen, müsste der Kongress das bereits 25 Jahre alte EPIRA-Gesetz anpassen. Eine zentrale Frage für die Gesetzgeber wird dabei sein, wer die verbleibenden Kosten für die Verluste übernimmt und ob die Beschränkung alle Arten von Systemverlusten oder nur die vermeidbaren, nicht-technischen Verluste umfasst. Aktuell legt die Regulierungsbehörde ERC Obergrenzen für die erstattungsfähigen Verluste fest; Kosten, die diese Grenzen überschreiten, müssen die Verteilungsunternehmen selbst tragen.










