Präsident Marcos fordert Abschaffung von Systemverlust-Gebühren bei Stromrechnungen
EditPräsident Ferdinand R. Marcos Jr. hat in seiner fünften Lagebericht an die Nation (State of the Nation Address, SONA) am 27. Juli eine grundlegende Reform des Energiesektors gefordert. Ein zentraler Punkt seines Appells ist die sofortige Änderung des Electric Power Industry Reform Act (EPIRA), um zu verhindern, dass Systemverluste auf die Verbraucher abgewälzt werden.
Der Präsident kritisierte, dass diese Systemverluste sowie die darauf erhobene Mehrwertsteuer (VAT) derzeit über die Stromrechnungen an die Bürger weitergegeben werden. Er bezeichnete dies als ungerecht, da die Verbraucher nicht die Verantwortung für diese Verluste tragen sollten. Marcos betonte, dass die Regierung die Forderungen der Bevölkerung nach niedrigeren Strompreisen klar verstehe und entschlossen sei, die finanziellen Belastungen für die Bürger zu lindern.
Als unmittelbare Entlastung hat der Präsident die Aussetzung von Stromsperren für Kunden angeordnet, die ihre Rechnungen für die Monate Mai, Juni und Juli nicht begleichen konnten. Dies soll angesichts der steigenden Preise und der Herausforderungen bei der Stromversorgung Schutz bieten.
Um die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern und Kosten zu senken, drängte Marcos den Kongress zudem zur Verabschiedung des „Sariling Kuryente“-Gesetzes. Dieses soll die Installation von Solarmodulen und Batteriespeichersystemen in Privathaushalten erleichtern. Parallel dazu setzt die Regierung auf die Sicherung stabiler Energiequellen, etwa durch die Vergabe neuer Erdöl-Serviceverträge und Pionierprojekte zur Wasserstoffproduktion, die insbesondere abgelegene Gebiete versorgen könnten.
Neben den Energiethemen thematisierte der Präsident auch die Stärkung der Katastrophenhilfe. Durch die Einrichtung primärer Ressourcen-Zentren für Katastrophen im ganzen Land soll sichergestellt werden, dass Hilfsgüter in Notfällen innerhalb von 24 Stunden bereitgestellt werden können. Die hohen Stromkosten, die zuletzt im Juni durch globale Faktoren wie steigende Rohölpreise und einen starken Dollar befeuert wurden, bleiben eine zentrale Herausforderung der Administration.




