Gesellschaft – Landesweit
Physikerin Dr. Gay Jane Perez leitet die philippinische Weltraumbehörde
Die Leiterin der philippinischen Weltraumbehörde (Philippine Space Agency, PhilSA), Dr. Gay Jane Perez, blickt auf einen außergewöhnlichen Werdegang zurück, der sie von einer Schülerin in Naga City zu einer führenden Figur in der internationalen Weltraumforschung geführt hat. Trotz ihrer tiefen Verbindung zur Kosmos-Forschung betont die Physikerin, dass ihr Ziel stets darin bestand, die wissenschaftliche Entwicklung auf den Philippinen voranzutreiben.
Ihr Weg in die Wissenschaft war nicht vorgezeichnet. Während ihrer Schulzeit an der Universidad de Santa Isabel in Naga City waren Berufe wie Anwalt, Buchhalter oder Arzt die dominierenden Vorbilder auf Karrieremessen. Da es auf den Philippinen damals keine klaren Bildungswege für angehende Astronauten gab, blieb der Traum von der Raumfahrt zunächst eine bloße Vorstellung. Perez entschied sich schließlich für ein Studium der Physik an der UP Diliman, nachdem das Department of Science and Technology (DOST) Stipendien für naturwissenschaftliche Studiengänge anbot.
Der Übergang zum Studium gestaltete sich anfangs schwierig, da viele ihrer Kommilitonen den Hintergrund spezialisierter Science-High-Schools mitbrachten. Ein Wendepunkt in ihrer akademischen Laufbahn war jedoch ihre Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Themen verständlich zu präsentieren. Bei einer Bewerbung für ein renommiertes Forschungslabor beeindruckte sie durch einen Vortrag über die physikalischen Grundlagen der Animationstechnologie von „Toy Story“. Dies führte dazu, dass Dr. Caesar Saloma, der spätere Kanzler der UP Diliman und Professor Emeritus am National Institute of Physics, sie als ihre Betreuerin annahm.
Saloma wurde für Perez zu einem entscheidenden Vorbild. Er vermittelte ihr die Überzeugung, dass wissenschaftliche Arbeit auf den Philippinen einen unmittelbaren und hohen gesellschaftlichen Nutzen stiften könne. Diese Einstellung begleitete sie auch während ihrer Zeit als Postdoktorandin am NASA Goddard Space Flight Center in den USA. Trotz der Arbeit in einem erstklassigen internationalen Forschungsumfeld blieb ihr Fokus darauf gerichtet, die wissenschaftliche Kapazität ihrer Heimat zu stärken.