Politik: Landesweit

Philippinische Regierung prüft Kernenergie unter Sicherheitsvorbehalt

Die philippinische Regierung prüft derzeit die Einführung der Kernenergie zur Stromerzeugung, stellt jedoch klar, dass das Vorhaben bei Sicherheitsrisiken gestoppt wird. Wie das Präsidialamt (Malacañang) am Mittwoch mitteilte, hat die Sicherheit der Bevölkerung für die Administration oberste Priorität.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
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Das Energieministerium untersucht die Initiative über das zwischenbehördliche Komitee für Kernenergieprogramme (Nuclear Energy Program Inter-Agency Committee). Laut der stellvertretenden Regierungssprecherin Claire Castro müssen alle Maßnahmen die Sicherheits-, Schutz- und Sicherungsanforderungen erfüllen, die im Einklang mit den Standards der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) stehen. Die Regierung werde nicht fortfahren, wenn dadurch eine Gefahr für die Bürger entstünde oder unsichere Bedingungen geschaffen würden.

Präsident Ferdinand Marcos Jr. hatte bereits in seiner fünften Lagebericht-Rede (State of the Nation Address, SONA) betont, dass eine Neubewertung der Kernenergie notwendig sei. Ziel ist es, die Stromversorgung des Landes zu stärken und die Stromtarife zu senken. In diesem Zusammenhang befinden sich etwa 200 Energieprojekte in der Planung.

Neben der Kernenergie steht auch ein geplanter Raketentest in der Provinz Cagayan für das Jahr 2027 im Fokus der politischen Debatte. Während die Regierung das Vorhaben als Teil des nationalen Fortschritts betrachtet, kritisierte Senator Robin Padilla diesen Plan in einer Gegenrede zur SONA. Er forderte die Administration auf, stattdessen Programme zur Verbesserung der Stromversorgung und des öffentlichen Nahverkehrs zu priorisieren.

Zusätzlich zur Energieerzeugung befasst sich die Regierung mit der Senkung der Stromkosten. Präsident Marcos appellierte an den Kongress, das Gesetz zur Reform der Elektrizitätsindustrie (Electric Power Industry Reform Act) zu ändern. Damit sollen verhindert werden, dass Systemverluste und die darauf entfallende Mehrwertsteuer auf die Verbraucher abgewälzt werden. Castro wies darauf hin, dass Energieversorgungsunternehmen Wege finden müssen, diese Verluste selbst zu vermeiden.