Philippinische Energiebehörden planen Abschaffung der Systemverlustgebühren auf Stromrechnungen
EditNach einer ausdrücklichen Anweisung von Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. während seiner fünften Lagebesprechung vor der Nation (State of the Nation Address, SONA) leiten die philippinischen Energiebehörden Schritte ein, um die Systemverlustgebühren von den Stromrechnungen zu streichen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Energiekosten für philippinische Familien zu senken, wie Sharon S. Garin, die Sekretärin des Energieministeriums (Department of Energy, DOE), am Dienstag bekannt gab.
Das DOE arbeitet hierfür eng mit der Energieregulierungskommission (Energy Regulatory Commission, ERC) und der Nationalen Elektrizitätsverwaltung (National Electrification Administration, NEA) zusammen. Die Behörden halten gemeinsame technische Sitzungen ab, um die Handhabung von Systemverlusten unter den bestehenden Vorschriften sowie unter vorgeschlagenen Gesetzesänderungen zum Gesetz zur Reform der Stromindustrie (Electric Power Industry Reform Act, EPIRA) zu überarbeiten.
Sekretärin Garin betonte, dass Verbraucher nicht länger die Last vermeidbarer Systemverluste tragen sollten, die durch eine bessere Infrastruktur, strengere operative Disziplin und effektivere Regulierung reduziert werden könnten. Die Ineffizienz eines Energieversorgers oder eines Verteilungsunternehmens dürfe nicht von den zahlenden Kunden kompensiert werden. Die Initiative sieht vor, sowohl technische Verluste, wie Wärmeverlust und Leitungswiderstand, als auch nicht-technische Verluste, etwa durch Stromdiebstahl, illegale Anschlüsse oder Ineffizienzen der Versorger, sowie VAT zu entfernen.
Um das Mandat des Präsidenten umzusetzen, verfolgen die Behörden eine zweigleisige Strategie: eine sofortige administrative Durchsetzung durch die ERC und langfristige Gesetzesänderungen am EPIRA. Mario C. Marasigan, Unterstaatssekretär im DOE, erklärte, dass ein Großteil der nicht-technischen Verluste auf Stromdiebstahl zurückzuführen sei. Durch den Einsatz fortschrittlicher, automatisierter Messinfrastrukturen könnten diese Probleme gelöst werden. Er forderte zudem eine strengere Überwachung der Verteilungsunternehmen.
Da das Weitergeben von EPIRA erlaubt ist, seien dauerhafte gesetzliche Änderungen durch den Kongress notwendig. Garin erläuterte, dass administrative Anpassungen zwar beschleunigt werden könnten, die Behebung technischer Verluste jedoch Zeit in Anspruch nehme, da die Versorger ihre physische Infrastruktur und Ausrüstung modernisieren müssten. Sie schätzte, dass die Umsetzung, beginnend mit der Bekämpfung von Stromdiebstahl und gefolgt von technischen Verbesserungen, bis zur nächsten SONA, also innerhalb eines Jahres, erfolgen könne.
Nach derzeitigen Vorschriften dürfen Versorger feste Verlustprozentsätze an die Kunden weitergeben: 6,5 Prozent für private Verteilungsunternehmen, 8,5 Prozent für netzgebundene Genossenschaften und über 10 Prozent für Versorger außerhalb des Netzes. Einige Elektrizitätsgenossenschaften berichten sogar von Gesamverlusten von bis zu 16 Prozent. Marasigan schätzte, dass die vollständige Entfernung der Systemverlustgebühren zu direkten Ersparnissen von etwa 5 bis zu 10 Prozent pro Kilowattstunde auf den monatlichen Stromrechnungen führen könnte.
Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen, verbraucherorientierten Reformagenda der Regierung. Dazu gehören neben der EPIRA-Reform auch der vorgeschlagene Sariling Kuryente Act zur Förderung von Solarenergie und Batteriespeichern, Kraftstoffsubventionen für öffentliche Nutzfahrzeuge, die Entwicklung heimischer Ressourcen sowie der langfristige Netzausbau im Rahmen der Task Force 200.





