Philippinen setzen auf Elektrofahrzeuge: Neues Förderpaket soll Produktion ankurbeln
EditDie Philippinen planen, EV zu etablieren. Mit der Unterzeichnung der Executive Order Nr. 121 durch Präsident Ferdinand Marcos Jr. am 29. Juli wurde die sogenannte Electric Vehicle Incentive Strategy (Evis) offiziell in Kraft gesetzt. Dabei handelt es sich um ein fiskalische Anreizpaket im Wert von 60 Milliarden Pesos, das speziell auf Hersteller von Elektrofahrzeugen abzielt, die lokal produzieren.
Finanzminister Frederick Go, der gleichzeitig als Investitionsbeauftragter des Landes fungiert, erklärte, dass die Evis-Strategie ein deutliches Signal an die Automobilindustrie sende. Das Land sei bereit, um Investitionen für die nächste Generation der Fahrzeugtechnik zu konkurrieren. Ziel sei es, die Philippinen tiefer in die globale Wertschöpfungskette der Automobilindustrie zu integrieren. Dies sei besonders relevant, da Südostasien laut dem Dienstleister BMI (eine Einheit von Fitch Solutions) zunehmend zu einem wichtigen Zentrum für die Herstellung und die Lieferketten von Elektrofahrzeugen heranwächst, wobei Länder wie Thailand, Vietnam, Malaysia und Indonesien derzeit eine führende Rolle einnehmen.
Das Förderprogramm sieht vor, dass Hersteller bis zu 15 Milliarden Pesos an finanzieller Unterstützung erhalten können, sofern sie pro angemeldetem Modell mindestens 10.000 Einheiten produzieren. Voraussetzung für die Teilnahme am Programm ist eine Investitionszusage von mindestens 5 Milliarden Pesos. Ein erster Akteur hat bereits reagiert: Mitsubishi Motors Philippines Corp. hat 7 Milliarden Pesos für die Entwicklung von Hybrid-Elektrofahrzeugen zugesagt.
Handelsministerin Cristina Roque betonte, dass das Programm nicht nur das Wachstum des EV-Marktes unterstützen, sondern vor allem ein lokales Ökosystem schaffen soll. Dies solle hochwertige Arbeitsplätze generieren, technologische Investitionen anziehen und die lokale Industrie stärken. Die Bedeutung des Wandels zeigt sich bereits in den Verkaufszahlen: Während die Verkäufe von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren im ersten Halbjahr 2026 um 11,4 Prozent auf 204.557 Einheiten sanken, stiegen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen um 132,7 Prozent auf 31.381 Einheiten.
Um den Fachkräftemangel zu beheben, arbeitet das BOI, das das Evis-Programm beaufsichtigt, an der Ausbildung von Personal. Geplant ist eine Partnerschaft mit der Beifang Automotive Education Group, Chinas größter Bildungseinrichtung für die Automobilbranche. Diese Kooperation soll die Kompetenzentwicklung, Zertifizierungsprogramme und Trainingszentren fördern, damit die Philippinen auch als regionales Zentrum für die Ausbildung von Fachkräften im Bereich der Elektromobilität fungieren können.



