Philippinen protestieren gegen China wegen Angriffen und rassistischem Video
Die philippinische Regierung hat im Rahmen eines hochrangigen Treffens mit China scharfe Proteste gegen gewaltsame Vorfälle im Südchinesischen Meer und rassistische Darstellungen ihrer Bevölkerung eingelegt. Außenministerin Ma. Theresa Lazaro konfrontierte den chinesischen Außenminister Wang Yi während des Treffens der ASEAN-Außenminister in Pasay City mit den Vorwürfen.
Ein zentraler Streitpunkt war der Vorfall am Ayungin-Riff am 20. Juli 2026. Das DFA berichtete, dass Angehörige der chinesischen Küstenwache philippinisches Marinepersonal angegriffen hätten. Dabei wurde ein philippinischer Seemann mit Schlagstöcken geschlagen und erlitt eine blutende Kopfverletzung. China weist diese Darstellung zurück und behauptet, Manila habe den Vorfall verzerrt und die philippinischen Kräfte hätten die Konfrontation provoziert.
Zusätzlich protestierte Lazaro gegen ein Video des Mediums China Daily vom 10. Juli 2026, in dem Filipinos mit Affen verglichen wurden. Die Außenministerin bezeichnete diese Bildsprache als tief beleidigend, belastend und inakzeptabel, da sie die Grenzen eines angemessenen politischen Diskurses überschreite.
Die philippinische Seite forderte China erneut auf, die maritimen Rechte des Landes zu respektieren und die verbleibenden chinesischen Strukturen bei Bajo de Masinloc zu entfernen. Manila betonte, dass die Aktivitäten Pekings die Sicherheit philippinischer Truppen und Fischer gefährden. Die Regierung mahnte zur Zurückhaltung und forderte eine friedliche Beilegung der Streitigkeiten auf Basis des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 sowie des Schiedsspruchs von 2016 zum Südchinesischen Meer.
Trotz der Spannungen erörterten die Außenminister auch andere Bereiche der bilateralen Beziehungen, darunter Handel, Investitionen, Landwirtschaft, Tourismus und die Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung. Beide Seiten vereinbarten, die Kommunikation aufrechtzuerhalten, um das Risiko von Fehlkalkulationen zu verringern. Zudem wurde die Hoffnung geäußert, die Verhandlungen über einen Verhaltenskodex (Code of Conduct) für das Südchinesische Meer innerhalb dieses Jahres abzuschließen.