Philippinen planen ersten Raketenstart mit Flüssigtreibstoff in Cagayan
EditDie Philippinen bereiten den Start ihrer ersten Forschungsrakete mit Flüssigtreibstoff vor. Wie Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. in seiner Ansprache an die Nation (State of the Nation Address, SONA) am Montag, den 27. Juli 2026, bekannt gab, soll der Teststart im Jahr 2027 in der Provinz Cagayan stattfinden.
Der geplante Testlauf dient als Demonstrationsflug einer mit Flüssigtreibstoff betriebenen Rakete. Dabei soll eine lokal entwickelte Nutzlast von bis zu zwei Kilogramm in eine Höhe von mindestens fünf Kilometern befördert werden. Das Vorhaben soll die nationalen Startkapazitäten erweitern, die Expertise philippinischer Fachkräfte in der Raketentechnologie fördern und die Basis für zukünftige Weltraumaktivitäten schaffen.
Präsident Marcos betonte, dass Cagayan aufgrund seiner geografischen und wirtschaftlichen Lage ideal als Tor zum Weltraum und als Standort für das erste philippinische Weltraumbahnhof (Spaceport) geeignet sei. Die Entwicklung von vorläufigen Richtlinien für Raketenstarts und -aktivitäten bildet dabei einen entscheidenden Schritt zur Einrichtung und zum Betrieb eines solchen Weltraumbahnhofs.
Das Projekt wird von der philippinischen Weltraumbehörde (Philippine Space Agency, PhilSA), dem Ministerium für Informationstechnologie und Kommunikation (Department of Information and Communications Technology, DICT) und der Cagayan Economic Zone Authority (CEZA) umgesetzt. Partner sind das philippinische Unternehmen Ascend International Gateway, Inc., das im Flughafenbetrieb und -management tätig ist, sowie das südkoreanische Unternehmen Perigee Aerospace, Inc., das auf Hochleistungs-Trägerraketen und Antriebssysteme spezialisiert ist. Die Zusammenarbeit basiert auf einer Absichtserklärung, die im Rahmen des Philippinisch-Koreanischen Wirtschaftsforums am 4. März 2026 unterzeichnet wurde.
Gay Jane Perez, Generaldirektorin der PhilSA, erklärte, dass die Philippinen durch ihre Nähe zum Äquator und die Lage am Pazifischen Ozean hervorragende Bedingungen für sichere Raketenstarts und Bergungsoperationen bieten. Dies könne die Kosten senken und die Effizienz steigern. Die Behörde strebt eine öffentlich-private Partnerschaft an, um die langfristige Nachhaltigkeit kommerzieller Raketenstarts zu gewährleisten. Ziel sei es, dass der künftige Weltraumbahnhof kommerziell getrieben und staatlich ermöglicht wird, mit verlässlichen Zeitplänen für Lizenzen und Genehmigungen.
Die Bedeutung des Vorhabens wird auch von DICT-Sekretär Henry R. Aguda unterstrichen. Er wies darauf hin, dass eine souveräne Startkapazität es den Philippinen ermöglichen würde, Kommunikationssatelliten, Erdbeobachtungssysteme und Navigationsressourcen unabhängig einzusetzen. Dies sei eine wesentliche Grundlage für die moderne digitale Infrastruktur des Landes.
Um die technologische Kompetenz im Land aufzubauen, wird im Rahmen der zweiten Phase des „Know-How Transfer and Training Program“ eine gezielte Ausbildung durchgeführt. Ausgewählte philippinische Ingenieure werden an der Blue-Whale-Klasse der Raketenplattform von Perigee geschult. Diese Maßnahme soll hochqualifizierte Fachkräfte in der Luft- und Raumfahrt entwickeln und die heimische Raketentechnik stärken.
CEZA-Administratorin Katrina Ponce Enrile ergänzte, dass es bei dem Projekt nicht nur um den Weltraumbahnhof an sich gehe, sondern darum, Chancen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, fortgeschrittene Ingenieurwissenschaften, Forschung und Innovation zu schaffen, damit die Philippinen an der rasant wachsenden globalen Weltraumwirtschaft teilhaben können.




