Philippinen planen erste staatliche Erdölreserven durch Kooperation von DOE und MIC
Um die langfristige Energiesicherheit zu stärken und die Wirtschaft gegen extreme Schwankungen auf dem globalen Ölmarkt abzusichern, beschleunigt das philippinische Energieministerium (Department of Energy, DOE) den Bau staatlicher Öllagerkapazitäten. In Zusammenarbeit mit der MIC soll damit die erste staatlich verwaltete strategische Erdölreserve (Strategic Petroleum Reserve, SPR) des Landes errichtet werden.
Die Initiative reagiert auf eine bestehende Schwachstelle in der nationalen Energieversorgung: Mehr als 80 Prozent der importierten Kraftstoffe auf den Philippinen stammen aus dem Nahen Osten. Das Infrastrukturprojekt ist Teil des staatlichen Programms „Unified Package for Livelihoods, Industry, Food, and Transport“ (UPLIFT), das auf Basis der Exekutivverordnung Nr. 110 eingeführt wurde, um die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen zu verringern und heimische Lieferketten vor internationalen Krisen zu schützen.
Energieministerin Sharon Garin erklärte während einer Pressekonferenz, dass private Ölunternehmen zwar derzeit kommerzielle Bestände vorhalten müssen, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen, der Staat selbst jedoch über keine eigene Infrastruktur für staatliche Reserven verfügt. Das Ziel sei es, die Speicherkapazitäten zu erhöhen, indem die Regierung eigene Tanks für Rohöl, Diesel oder Benzin baut, da bisher nur der Privatsektor über solche Anlagen verfügt.
Das DOE und die MIC stehen bereits im Austausch mit öffentlichen und privaten Akteuren, die an einer Beteiligung am Projekt interessiert sind. In der ersten Phase liegt der Fokus auf dem Bau lokaler Depotanlagen, darunter regionale Lagerentwicklungen wie das von der Isla Corporation in Iloilo errichtete Depot für Flüssigerdgas (LNG), bevor die Kapazitäten landesweit ausgebaut werden sollen.
Parallel dazu bemühen sich der Senat und das Repräsentantenhaus um Gesetze, um einen dauerhaften Rahmen für die nationale strategische Erdölreserve rechtlich zu verankern. Aktuell sind private Ölunternehmen gesetzlich verpflichtet, einen Mindestbestand von 30 Tagen vorzuhalten. Daten des Oil Industry Management Bureau (OIMB) des DOE zufolge liegen die nationalen Reserven derzeit im Durchschnitt bei 45,77 Tagen an verfügbarem Vorrat, was einen unmittelbaren Puffer bietet, während die staatlichen Anlagen entwickelt werden.
Die SPR-Initiative ist zudem Teil einer umfassenderen Roadmap des DOE zur Diversifizierung des Energiemixes und des Übergangs zu heimischen sowie sauberen Energiequellen. Zu diesen langfristigen Programmen gehören unter anderem das Projekt „Solar Solutions for Government“, das kürzlich 28 öffentliche Stellen in der Region 6 einbezogen hat, sowie Energieeffizienz-Partnerschaften mit großen Einkaufszentrum-Betreibern im Rahmen der Kampagne „Earth Hour / Oras Natin sa Energy Efficiency“. Zudem werden geologische Untersuchungen in Pangasinan durchgeführt, um potenzielle heimische Vorkommen an natürlichem Wasserstoff zu erkunden.