Wirtschaft: Landesweit

Philippinen planen Ausbau der heimischen Mineralverarbeitung

Die Philippinen wollen ihre Position in der globalen Wertschöpfungskette für grüne Technologien festigen, indem sie die heimische Industrie für kritische Mineralien stärken. Durch den Ausbau der lokalen Verarbeitung und der nachgelagerten Produktion von hochwertigen Gütern wie Batterien, elektronischen Bauteilen und Technologien für erneuerbare Energien soll das Land über den reinen Rohstoffabbau hinauswachsen.

Pangulong Marcos, ininspeksyon ang patuloy na rehabilitasyon ng Navotas Fish Port Complex Pangulong Marcos, ininspeksyon ang patuloy na rehabilitasyon ng Navotas Fish Port Complex
Quelle: PIA

Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat mit der Exekutivverordnung 122 (EO 122) einen nationalen Rahmen für diese Entwicklung geschaffen. Das Board of Investments des Handelsministeriums (DTI-BOI) wurde angewiesen, in Abstimmung mit dem Ministerium für Umwelt und DENR eine umfassende Strategie zu entwickeln, die die Raffination kritischer Mineralien, die Verarbeitung fortschrittlicher Materialien sowie die Herstellung von Fertigprodukten abdeckt.

Ein zentraler Aspekt der Verordnung ist die Sicherstellung des Zugangs für die heimische Industrie: Inländischen Verarbeitungsanlagen soll der vorrangige Zugang zu lokal geförderten Erzen zu fairen, marktüblichen Preisen gewährt werden. Um die nachgelagerten Industrien zu unterstützen, soll das DTI-BOI Anreize für die wertschöpfende Verarbeitung schaffen und öffentlich-private Partnerschaften sowie Branchencluster fördern. Zudem setzt die Regierung auf die Diversifizierung der Mineralquellen und internationale Kooperationen, um die Anfälligkeit gegenüber globalen Lieferunterbrechungen zu verringern.

Präsident Marcos betonte, dass die Erschließung kritischer Mineralien mit verantwortungsvollem und nachhaltigem Bergbau einhergehen muss. Dabei müssten der Umweltschutz sowie die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Gemeinden gewahrt bleiben. Unter die Kategorie der kritischen Mineralien fallen laut EO 122 Ressourcen, die für saubere Energietechnologien, die fortschrittliche Fertigung, digitale Infrastrukturen, die nationale Verteidigung und andere strategische Sektoren essenziell sind.

Das Ministerium für Umwelt und DENR MGB ein nationales Explorations- und Reservierungsprogramm durchführen. In Abstimmung mit dem neu organisierten Bergbau-Koordinierungsrat (MICC) soll innerhalb von 30 Tagen nach Inkrafttreten der Verordnung eine offizielle Liste kritischer Mineralien der Philippinen veröffentlicht werden. Parallel dazu wird die Durchsetzung der "Use it or lose it"-Regel verschärft: Bergbaukonzessionen, die genehmigte Zeitpläne oder Entwicklungspflichten nicht einhalten, können sanktioniert oder entzogen werden, es sei denn, die Verzögerungen sind auf höhere Gewalt zurückzuführen.

Zur Beschleunigung der Prozesse soll das MGB die Antragsverfahren im Bergbau innerhalb von sechs Monaten straffen. Innerhalb eines Jahres soll zudem eine integrierte digitale Plattform für nationale und lokale Genehmigungen, Lizenzen und regulatorische Freigaben bereitgestellt werden, um eine gleichzeitige Bearbeitung und klare Verantwortlichkeiten zu ermöglichen. Die Regierung plant zudem, staatliche Bergbauvermögen zu privatisieren und stillgelegte oder aufgegebene Flächen als Reservate für kritische Mineralien auszuweisen. Schätzungen zufolge könnten auf mindestens 9 Millionen Hektar vielversprechender Flächen Ressourcen liegen, die die globale Rolle des Landes stärken könnten.