Panay-Insel als möglicher Standort für Kernkraftwerk im Gespräch
EditDie philippinische Regierung prüft derzeit den Einsatz der Kernenergie, um die Stromkosten zu senken und die langfristige Energieversorgung des Landes zu sichern. In diesem Zusammenhang wird die Insel Panay als potenzieller Standort für ein Kernkraftwerk in Betracht gezogen.
Während eines Forums für Kernenergie in Iloilo City am 29. Juli betonte der Abgeordnete Mark Cojuangco aus dem zweiten Distrikt von Pangasinan das wirtschaftliche Potenzial der Insel. Panay verfüge sowohl über die geografischen als auch über die wirtschaftlichen Voraussetzungen, um eine solche Anlage zu beherbergen. Cojuangco wies darauf hin, dass die Entscheidung für einen Standort auf Panay direkte Auswirkungen auf die regionale Entwicklung habe. Sollte die Insel den Bau ablehnen, könnten benachbarte Regionen wie Cebu oder Negros die Chance nutzen. In diesem Fall müsste Panay den Strom letztlich von dort zukaufen, anstatt von den Investitionen, Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen vor Ort zu profitieren.
Die Debatte folgt auf die jüngste Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address) von Präsident Ferdinand Marcos Jr., in der er die Regierung angewiesen hat, die Kernenergie zur Senkung der Strompreise und zur Stärkung der Energiesicherheit erneut zu prüfen. Gayle Certeza, die Leiterin der Interessengruppe Alpas Pinas, erklärte, dass die Philippinen zu den Ländern mit den höchsten Stromtarifen in Asien gehören. Dies behindere das industrielle Wachstum und die Ansiedlung von Investitionen. Eine zuverlässige Grundlastversorgung durch Kernenergie könnte hier Abhilfe schaffen.
Certeza verdeutlichte die Effizienz der Technologie: Ein Kernkraftwerk mit einer Kapazität von etwa 620 Megawatt benötige lediglich rund 20 Tonnen Brennstoff. Im Gegensatz dazu müsse ein Kohlekraftwerk für die gleiche Energiemenge etwa 2,5 Millionen Tonnen Kohle verbrennen. Zudem produziere Kernenergie im Vergleich zu fossilen Brennstoffen deutlich weniger Treibhausgase. Cojuangco ergänzte, dass Kernkraftwerke im Gegensatz zu Kohlekraftwerken keine Schadstoffe wie Rauch, Kohlendioxid oder Asche in die Luft oder das Grundwasser abgeben, da kein Verbrennungsprozess stattfinde.
Trotz der wirtschaftlichen Argumente bleiben Sicherheits- und Umweltbedenken bestehen. Kritiker und Wissenschaftler äußerten Sorgen hinsichtlich der Entsorgung radioaktiver Abfälle, der Katastrophenvorsorge und der Standortwahl in Gebieten, die anfällig für Erdbeben und Taifune sind. Cojuangco räumte ein, dass jedes Projekt umfassende wissenschaftliche Studien und regulatorische Prüfungen erfordern würde. Ein kommerzieller Betrieb wäre selbst bei einer sofortigen Genehmigung voraussichtlich erst um das Jahr 2033 möglich.




