NBI-Chef stuft Drohungen gegen Präsident als nationale Sicherheitsgefahr ein
Drohungen gegen den Präsidenten der Philippinen gehen über gewöhnliche Kriminalität hinaus und stellen eine direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit dar, da sie zu Unruhen, Instabilität und einer Destabilisierung der Regierung führen könnten. Der NBI, Melvin Matibag, erklärte dies im Rahmen des Amtsenthebungsverfahrens gegen Vizepräsidentin Sara Duterte.
Während seiner Aussage vor dem Senat am Dienstag betonte Matibag, dass die Ermittlungsbehörden die Äußerungen der Vizepräsidentin aus einer Pressekonferenz vom 23. November 2024 nicht bloß als Drohung, sondern als konkreten Plan zur Tötung von Präsident Ferdinand Marcos Jr., der First Lady Liza Araneta-Marcos und dem ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses, Martin Romualdez, behandeln. Die Vizepräsidentin hatte in der Videoaufzeichnung der Pressekonferenz angedeutet, im Falle eines eigenen Todes jemanden mit der Tötung der genannten Personen beauftragt zu haben.
Das NBI führt derzeit eine laufende Untersuchung zu diesen Vorwürfen durch. Neben den bereits beim Justizministerium anhängigen Strafanzeigen wegen schwerer Drohungen und Aufreizung zum Aufruhr hat das Büro eine spezielle Taskforce eingerichtet, um die Ermittlungen fortzuführen, Bedrohungen zu überwachen und Entwicklungen zu melden, die sofortiges Handeln erfordern. Diese Taskforce wurde durch die Verwaltungsanordnung Nr. 11 am 16. April 2026 ins Leben gerufen.
Ein weiterer Faktor für die Einrichtung dieser Taskforce waren öffentliche Aussagen bei einer Kundgebung der sogenannten RAGE-Koalition am 12. April. Der Bürgermeister von Davao City, Sebastian Duterte, erklärte dabei, dass man nur einen Kopf benötige, und das sei der Kopf von Bongbong Marcos. Die Verteidigung im Amtsenthebungsverfahren wandte gegen die Erwähnung der Kundgebung ein, diese sei für das Verfahren nicht relevant.
Der vorsitzende Senator Francis Escudero ließ die Diskussion jedoch zu und forderte die Anklage auf, eine direkte Verbindung zwischen dem Video der Kundgebung und dem vorliegenden Verfahren herzustellen. Die Verteidigung hatte zuvor die Zeugenaussage zur Taskforce angefochten, da deren Gründung nicht explizit in den Artikeln der Amtsenthebung aufgeführt sei. Der Vorsitzende erlaubte die Aussage dennoch mit der Begründung, dass die Bildung der Taskforce Aufschluss über die Beständigkeit der Handlungen geben könne, die die Anklage nachweisen möchte.