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NBI-Chef: Drohungen gegen Präsident werden als Mordplan eingestuft

Der Direktor des National Bureau of Investigation (NBI), Melvin Matibag, hat vor dem Senats-Impeachmentgericht ausgesagt, dass die Behörde die mutmaßlichen Drohungen von Vizepräsidentin Sara Duterte gegen Präsident Ferdinand Marcos Jr. nicht mehr nur als bloße Drohungen betrachtet. Nach Ermittlungen der Behörde stufe das NBI die Aussagen nun als einen konkreten Plan zur Tötung des Staatsoberhauptes ein.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Matibag erklärte am Dienstag, den 21. Juli 2026, während des achten Tages des Amtsenthebungsverfahrens gegen Duterte, dass sich die Einschätzung der Ermittler grundlegend geändert habe. Dies sei möglich gewesen, da über die bisherigen öffentlichen Äußerungen der Vizepräsidentin hinaus neue Informationen ans Licht gekommen seien. Das NBI hat eine spezielle Task Force eingerichtet, um die Bedrohung gegen das Leben von Marcos eingehend zu untersuchen. Die Behörde bewertet das mutmaßliche Komplott nicht nur als Bedrohung für den Präsidenten, sondern auch als eine Angelegenheit, die die nationale Sicherheit beeinträchtigt.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen auch Äußerungen von Sebastian „Baste“ Duterte, dem Bürgermeister von Davao City. Dieser habe bei einer von der „Rage Coalition“ organisierten Kundgebung am 12. April 2026 angeblich erklärt, dass man nur einen Kopf benötige, und das sei der Kopf von „Bongbong“ Marcos. Matibag wies darauf hin, dass die Ermittler diese Aussage mit früheren Äußerungen von Vizepräsidentin Duterte verglichen haben, darunter eine Aussage vom 18. Oktober, in der sie mutmaßlich ebenfalls den Wunsch äußerte, den Kopf des Präsidenten zu entfernen. Die sprachlichen Ähnlichkeiten und die Tatsache, dass beide Aussagen aus derselben Familie stammen, seien auffällig. Das NBI prüfe daher auch die Möglichkeit einer Verschwörung.

Laut Matibag hätten die Äußerungen der Vizepräsidentin eine Art „kinetische Kraft“ entfaltet, die Unterstützer dazu ermutigt habe, ebenfalls Drohungen gegen den Präsidenten auszusprechen. Die Task Force stellte zudem fest, dass die Vizepräsidentin aufgrund ihres Netzwerks, ihres Besitzes an Schusswaffen und ihrer finanziellen Mittel durchaus in der Lage wäre, einen solchen Plan auszuführen. Als Beleg für ein Gewaltmuster führte Matibag zudem einen Vorfall aus dem Jahr 2011 an, bei dem Duterte in ihrer damaligen Rolle als Bürgermeisterin von Davao City einen Gerichtsvollzieher während einer Räumungsaktion geschlagen habe.

Das NBI gab an, bereits über Hinweise und Personen von Interesse zu verfügen, die wichtige Informationen über eine Person liefern könnten, die mutmaßlich von der Vizepräsidentin mit der Tötung von Marcos beauftragt wurde. Weitere Details wurden jedoch nicht preisgegeben, da die Ermittlungen noch andauern. Matibag trat als letzter Zeuge des Anklagepanels des Repräsentantenhauses auf, das unter anderem wegen schwerer Drohungen gegen den Präsidenten, die First Lady Liza Araneta-Marcos und den damaligen Sprecher des Hauses, Martin Romualdez, ermittelt.

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