Gesellschaft: Benguet, Negros Oriental
Microcredentials als Chance für die berufliche Weiterbildung in Cordillera
EditIn der Region Cordillera könnten kurze, kompetenzbasierte Lernprogramme, sogenannte Microcredentials, Studierenden, Erwerbstätigen und Gemeinden neue Wege zur Qualifizierung eröffnen. Diese Chance wurde von Dr. Dave Marcial von der Negros Oriental State University während der ASEAN ALLUYON 2026 Veranstaltung am 13. Oktober 2026 an der University of the Cordilleras in Baguio City erläutert.
Microcredentials sind gezielte Programme, die darauf ausgerichtet sind, spezifisches Wissen und besondere Fähigkeiten zu vermitteln und anzuerkennen. Um ein Zertifikat oder ein digitales Abzeichen zu erhalten, müssen die Teilnehmenden klar definierte Lernziele erreichen und ihre Kenntnisse durch Prüfungen nachweisen. Der schnelle technologische Wandel und sich ständig ändernde Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt erfordern laut Marcial flexiblere Bildungsangebote durch Universitäten für Studierende, Berufstätige und Gemeindemitglieder, die ihre Fähigkeiten entwickeln oder verbessern möchten.
Die rechtliche Grundlage für Microcredentials bildet die Richtlinie der Commission on Higher Education (CHED), Memorandum Order No. 1 aus dem Jahr 2025. Diese regelt die Entwicklung, Genehmigung und Anerkennung von Microcredentials im Hochschulsektor und unterscheidet zwischen Programmen mit und ohne Anrechnung auf akademische Grade. Während erstere unter Einhaltung der CHED-Vorgaben und institutioneller Richtlinien auf formale Abschlüsse angerechnet werden können, dienen nicht-credit Programme lediglich der Anerkennung erworbener Fähigkeiten ohne Beitrag zu einem akademischen Grad. Dabei ist zu beachten, dass die Anerkennung akademischer Credits zwischen verschiedenen Institutionen nicht automatisch erfolgt.
Für die Cordillera-Region sieht Marcial Schwerpunkte in den Bereichen Kulturerbe, Kreativwirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, digitale Kompetenzen und Unternehmertum. Konkrete Beispiele sind nachhaltiger Bergtourismus, klimasmarte Landwirtschaft, digitales Marketing für lokale Unternehmen, die digitale Dokumentation des Kulturerbes sowie Datenanalyse für die Kommunalverwaltung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Umwandlung indigenen Wissens und traditioneller Praktiken in anerkannte Lernangebote. Als Beispiel nannte er ein mögliches Programm zum Textilerbe der Region und zum Unternehmertum, das traditionelle Textilpraktiken, deren kulturelle Bedeutung und die Geschäftsentwicklung abdeckt. Hierbei sollen Konsultationen mit der Gemeinschaft, die Einholung angemessener Genehmigungen sowie der Schutz geistigen Eigentums sichergestellt werden.
Über die Region hinaus schlägt Marcial eine Zusammenarbeit zwischen Universitäten der Cordillera und Bildungseinrichtungen innerhalb der ASEAN vor. Ziel ist es, gemeinsame Lernprogramme zu entwickeln, Bildungsressourcen zu teilen und Regelungen für die Anerkennung von Fähigkeiten zu prüfen, die an Partnerinstitutionen erworben wurden. Als konkretes Modell wurde die „Cordillera-ASEAN Microcredential Initiative“ vorgeschlagen. Diese sieht eine Zusammenarbeit zwischen einer Hochschule der Cordillera, Partnern aus der Gemeinschaft und der Industrie sowie einer ASEAN-Universität vor, um gemeinsame Programme zu Themen wie nachhaltigem Bergtourismus und digitaler Innovation zu entwickeln. Die Umsetzung hängt jedoch noch von Partnerschaftsabkommen, Lernanforderungen, Prüfverfahren und Anerkennungsregelungen ab.
Trotz der Chancen benannte Marcial auch Hürden wie schwankende Ausbildungsqualität, mangelnde Anerkennung von Credits, ungleiche Technologiezugänge, eine mangelnde Koordination zwischen den Institutionen sowie hohe Betriebskosten zur Aufrechterhaltung der Programme. Er betonte zudem die Notwendigkeit klarer institutioneller Richtlinien, geschulter Lehrkräfte, starker Partnerschaften und zuverlässiger Systeme zur Bewertung der Fähigkeiten. Um Institutionen zu leiten, empfahl er einen fünfstufigen Plan von der Vorbereitung über die Programmentwicklung, Validierung und Genehmigung bis hin zur Implementierung und Evaluierung. Er regte an, mit einem Pilotprojekt zu starten, das nach dem Motto „Eine Institution, eine Kompetenz, eine Partnerschaft, ein Pilotprojekt“ steht, anstatt sofort zahlreiche Kurse einzuführen.






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