Wirtschaft: Metro Manila

Meralco-Chef warnt vor finanziellen Risiken bei Wegfall der Systemverlust-Gebühren

Eine Streichung der Systemverlust-Gebühren von den Stromrechnungen würde die zugrunde liegenden Kosten nicht beseitigen, sondern die Stromindustrie vor eine unhaltbare finanzielle Belastung stellen. Der Vorsitzende des Stromversorgers Manila Electric Company (Meralco), Manuel V. Pangilinan, hat vor den wirtschaftlichen Folgen einer solchen Maßnahme gewarnt.

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Bild: PIA - 7e82df58-f792-4440-b532-4ff125defc19

Die Systemverluste betreffen die gesamte Kette von der Stromerzeugung über die Übertragung bis hin zur Verteilung. Da diese Verluste technisch bedingt sind, etwa durch den elektrischen Widerstand in Leitungen, seien sie für die Branche nicht ohne Weiteres auffangbar. Die Kosten sind zu hoch, um sie allein von der Industrie tragen zu können, ohne dass ein klarer Mechanismus zur Kostenübernahme festgelegt wird, erklärte Pangilinan gegenüber Journalisten.

Hintergrund der Debatte ist die Forderung von Präsident Ferdinand R. Marcos Jr., die Systemverlust-Gebühren sowie die darauf entfallende Mehrwertsteuer von den Stromrechnungen der Verbraucher zu entfernen. Dies hatte er während seiner fünften Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address) angekündigt. Meralco unterstützt zwar das Ziel niedrigerer Strompreise, weist jedoch darauf hin, dass technische Verluste durch eine rein administrative Streichung der Gebühr nicht physisch verschwinden würden.

Meralco selbst verzeichnete bei den Systemverlusten einen gleitenden 12-Monats-Durchschnitt von 6,07 % und liegt damit seit 18 Jahren unter dem regulatorisch zulässigen Höchstwert. Das Unternehmen führt diese Effizienz unter anderem auf Investitionen in das Netz, moderne Überwachungstechnologien und Maßnahmen gegen Stromdiebstahl zurück.

Um die Umsetzung der Präsidentschaftsvorgaben zu prüfen, trafen sich das Energieministerium (Department of Energy, DOE) und die Energieregulierungskommission (Energy Regulatory Commission, ERC) am 28. Juli mit Meralco. Die Behörden untersuchen derzeit Preisstrukturen und betriebliche Anpassungen, um die Kosten für Verbraucher zu senken.

Zudem koordiniert das DOE mit der ERC und der Nationalen Elektrizitätsverwaltung (National Electrification Administration, NEA) die Auswirkungen auf elektrische Genossenschaften und Verteilungsunternehmen im ganzen Land. Energieunterstaatssekretärin Rowena Guevara ergänzte, dass die Behörden auch langfristige Finanzierungen oder zinsgünstige Darlehen prüfen, damit Genossenschaften das Stromnetz modernisieren können, ohne die Kosten sofort an die Kunden weiterzugeben. Mögliche Wege zur Effizienzsteigerung sind unter anderem die Modernisierung der Verteilungsnetze, fortschrittliche Messverfahren und strengere Maßnahmen gegen Stromdiebstahl.