Wirtschaft: Metro Manila

Meralco-Chef warnt vor Existenzbedrohung für Strombranche

Die philippinische Energiebranche könnte unter der finanziellen Last zusammenbrechen, sollte die Anordnung von Präsident Ferdinand Marcos Jr. umgesetzt werden, die Kosten für Systemverluste vollständig von den Stromrechnungen der Verbraucher zu streichen. Dies warnte der Vorsitzende des Stromverteilers Manila Electric Company (Meralco), Manny V. Pangilinan.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
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Systemverluste entstehen durch die Differenz zwischen der eingespeisten Strommenge und der tatsächlich gemessenen Energie bei den Kunden. Sie setzen sich aus technischen Verlusten, wie etwa Wärmeentwicklung in Leitungen, und nicht-technischen Verlusten wie Stromdiebstahl oder illegalen Anschlüssen zusammen. Bisher tragen die Verbraucher diese Kosten innerhalb der von der ERC festgelegten Grenzen. Die Regierungsrichtlinie sieht jedoch eine vollständige Streichung vor, wie Energieministerin Sharon Garin bestätigte. Diese umfasst nicht nur die nicht-technischen, sondern die gesamten Systemverluste sowie die darauf anfallende Mehrwertsteuer.

Pangilinan schätzt, dass die Kosten für die Branche in die Höhe von mehreren zehn Milliarden Pesos gehen könnten, falls die Versorgungsunternehmen diese Verluste selbst tragen müssen. Er betonte, dass die Verluste physikalisch bedingt bestehen bleiben und nicht einfach verschwinden würden. Pangilinan forderte ein Gespräch mit dem Präsidenten und äußerte Verständnis für dessen Druck aufgrund steigender Energiekosten, die unter anderem auf den Krieg im Iran zurückzuführen seien. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Verteilungstarife von Meralco seit Juli 2015 unverändert geblieben seien und die jüngsten Rechnungssteigerungen nicht auf das Unternehmen selbst, sondern auf andere Teile der Lieferkette zurückzuführen seien.

Die Debatte wirft die Frage auf, wer die Verantwortung für diese Kosten übernimmt, ob die Stromerzeuger, die Übertragungsnetzbetreiber, die Verteilungsunternehmen oder die Steuerzahler. In diesem Zusammenhang kritisierte Pangilinan auch die National Grid Corporation of the Philippines (NGCP), da sie behauptet, dass keine Übertragungsverluste anfallen würden. Pangilinan betonte jedoch, dass Energieverluste in jedem Stromnetz unvermeidlich seien.