Massiver Anstieg von Cyberangriffen in den Philippinen gemeldet
EditIn der ersten Hälfte des Jahres 2026 ist die Zahl der Cyberangriffe auf den Philippinen massiv angestiegen. Laut dem aktuellen „Cyber Threat Landscape Report“ des Unternehmens Viettel Cyber Security (VCS) wurden in diesem Zeitraum über 19,2 Millionen Zugangsdaten kompromittiert. Insgesamt verzeichnete das Unternehmen 255 Datenpannen, bei denen etwa 335 Millionen Datensätze offengelegt wurden.
Die Angriffe umfassten landesweit 16.619 Phishing-Attacken und 21 Ransomware-Vorfälle. Besonders betroffen waren Branchen wie das Finanzwesen, das Gastgewerbe, die Logistik, die Fertigung sowie der Energiesektor. Ein erheblicher Teil der durch die Datenpannen betroffenen Informationen umfasste etwa 2,6 Terabyte an Daten. So wurden beispielsweise zwischen März und April durch koordinierte Angriffe rund 99 Millionen Datensätze gestohlen, während ein separater Vorfall bei einer Organisation des öffentlichen Dienstes den Abfluss von 45 Millionen Datensätzen zur Folge hatte. Zudem gelang es Angreifern, etwa 1,8 Terabyte vertraulicher interner Daten aus Finanzinstituten zu extrahieren.
VCS identifizierte zudem 34.650 neue Sicherheitslücken, darunter 77 hochgradig kritische Fälle, die weit verbreitete Produkte und Dienste auf den Philippinen betreffen. Nicht aktualisierte Systeme („unpatched systems“) erwiesen sich dabei als zentrale Einfallstore für gezielte Attacken. Die Cyberkriminellen nutzen zunehmend künstliche Intelligenz (KI), gestohlene Zugangsdaten und geleakte persönliche Informationen, um Phishing-Versuche zu automatisieren oder täuschend echte Deepfake-Stimmen und -Videos zu erstellen. Damit versuchen sie, sich als Bankmitarbeiter, Regierungsbeamte oder Verwandte auszugeben, um Opfer zur Herausgabe von Einmalpasswörtern oder zur Autorisierung betrügerischer Transaktionen zu bewegen. Auch Romance Scams, gefälschte Rekrutierungsprogramme und Lieferbetrug nehmen zu.
Als Reaktion auf diese Entwicklung werden verstärkte Cybersicherheitsmaßnahmen verfolgt. Dazu gehören verschärfte Anforderungen für Finanzinstitute im Rahmen des „Anti-Financial Account Scamming Act“ der Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas sowie Initiativen des Department of Information and Communications Technology (DICT). VCS betont jedoch, dass reine Compliance nicht mehr ausreiche. Unternehmen sollten stattdessen auf kontinuierliche Bedrohungsanalysen, Echtzeit-Überwachung, Schwachstellenmanagement und die Sensibilisierung der Mitarbeiter setzen.




