Marcos warnt vor Desinformation und Angriffen auf die Würde der Filipinos
EditIn seiner fünften Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address) hat Präsident Ferdinand Marcos Jr. eine deutliche Warnung an Kritiker und Unterstützer gleichermaßen ausgesprochen. Er betonte, dass die Würde und der Selbstrespekt des philippinischen Volkes durch eine gemeinsame Bedrohung angegriffen würden. Marcos wies die Behauptung zurück, Filipinos seien gierig, rassistisch oder unehrlich, und bezeichnete das Volk als edel und großzügig.
Der Präsident bezog sich in seiner Rede unmittelbar auf das Schiedsgerichtsurteil von 2016 (Arbitral Award), das vor kurzem sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Diese thematische Verknüpfung erfolgte nach Vorfällen, bei denen staatlich kontrollierte Medien aus China, wie etwa China Daily, beleidigende Inhalte verbreiteten. Ein durch künstliche Intelligenz erstelltes Video auf Facebook stellte Filipinos unter anderem als Affen dar. Das Außenministerium sowie verschiedene Abgeordnete verurteilten das Video wegen der herabwürdigenden Darstellung und der Verbreitung falscher Behauptungen über das Schiedsgerichtsurteil.
Besonders im Fokus steht dabei die Falschbehauptung, die Philippinen hätten keine rechtliche Grundlage für ihre Ansprüche im Westphilippinischen Meer. Untersuchungen der Recherche-Einheit The Nerve zeigen, dass solche Narrative gezielt verbreitet werden, um diejenigen zu diskreditieren, die das Urteil von 2016 verteidigen. Ein aktuelles Beispiel ist die Content-Erstellerin LANS, die im Juli ein Video über das Leben auf Pag-asa Island veröffentlichte. Nach der Veröffentlichung sah sie sich massiven Online-Angriffen ausgesetzt, bei denen ihr mangelndes Wissen vorgeworfen oder behauptet wurde, sie werde von der US-Geheimdienst CIA bezahlt.
Die Untersuchungen von The Nerve und Rappler belegen, dass China und dessen Unterstützer soziale Medien systematisch für Desinformationskampagnen nutzen. Frühere Analysen deckten auf, dass die chinesische Botschaft über ein Team von elf Mitarbeitern ein Netzwerk aus rund 300 gefälschten Facebook-Konten und 30 X-Accounts betrieb, um politische Agenden zu fördern. Zudem wurden gezielt Kampagnen gegen philippinische Regierungsvertreter wie den ehemaligen Chef der Streitkräfte Romeo Brawner Jr. und Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr. geführt, um deren Kompetenz infrage zu stellen.



