Marcos schlägt Steuererleichterungen und Stromkostensenkungen vor
EditIn seiner vorletzten Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) hat Präsident Ferdinand Marcos Jr. verschiedene wirtschaftliche Maßnahmen vorgeschlagen, um die finanzielle Belastung philippinischer Haushalte zu lindern. Vor dem Hintergrund steigender Kosten für Lebensmittel, Strom und Transport sowie geopolitischer Unsicherheiten durch den US-Iran-Konflikt zielen die Pläne darauf ab, das verfügbare Einkommen der Bürger zu erhöhen.
Ein zentraler Bestandteil der Vorschläge ist die Anhebung der jährlichen Steuerfreigrenze für Einkommen von derzeit 250.000 Pesos auf 350.000 Pesos. Sollte der Kongress diese Maßnahme verabschieden, könnten mehr Arbeitnehmer einen größeren Teil ihres Verdienstes behalten, da die Steuerklassen angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten bisher unverändert geblieben sind.
Zusätzlich zur Entlastung von Arbeitnehmern möchte der Präsident die Steuerlast für Kleinst- und Kleinunternehmen senken. Er schlägt vor, diese Betriebe von der Mindestkörperschaftssteuer zu befreien und eine einmalige Steueramnestie für bestimmte unbezahlte Steuerverbindlichkeiten einzuführen. Ziel ist es, die Steuerehrlichkeit zu fördern und gleichzeitig die wirtschaftliche Basis kleinerer Unternehmen zu stärken.
Auch im Energiesektor plant die Regierung Eingriffe, um die monatlichen Ausgaben der Verbraucher zu senken. Marcos forderte eine Überprüfung des Electric Power Industry Reform Act (Epira) von 2001. Ein konkreter Vorschlag sieht vor, die sogenannten Systemverlustgebühren von den Stromrechnungen der Verbraucher zu streichen. Diese Gebühren decken derzeit technische Verluste bei der Übertragung und Verteilung von Elektrizität ab, die von den Versorgungsunternehmen an die Kunden weitergegeben werden dürfen.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen bringt jedoch fiskalische Herausforderungen mit sich. Geringere Steuereinnahmen könnten die Staatskasse kurzfristig belasten. Ob die durch eine stärkere Wirtschaftstätigkeit und verbesserte Steuerehrlichkeit erzielten Gewinne diese Verluste ausgleichen können, bleibt abzuwarten. Die Vorschläge markieren zudem erst den Beginn des politischen Entscheidungsprozesses.




