Politik: Landesweit

Marcos plant Steuerentlastungen und Reformen der Strompreise

In seiner fünften Lagebericht an die Nation (State of the Nation Address, SONA) am Montag im Batasang Pambansa stellte Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. eine umfassende Agenda zur wirtschaftlichen Sicherheit vor. Im Fokus stehen dabei Maßnahmen zur Senkung der Lebenshaltungskosten für die Mittelschicht, Kleinstunternehmen und besonders schutzbedürftige Haushalte sowie die Bekämpfung von Korruption.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
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Ein zentraler Punkt der Rede war die Rückgewinnung von 25 Milliarden Pesos an veruntreuten Geldern und beschlagnahmten Vermögenswerten aus korrupten Hochwasserschutzprojekten. Marcos erklärte, dass die Justiz aktiv werde und gegen Bauunternehmer, DPWH ermittelt werde, die in betrügerische oder minderwertige Bauvorhaben verwickelt sind. Über 800 Millionen Pesos dieser wiedergefundenen Mittel wurden bereits an die Nationalkasse überwiesen, um wichtige öffentliche Dienste zu finanzieren.

Zur Entlastung der Verbraucher bei den Energiekosten forderte der Präsident den Kongress auf, das Gesetz zur Reform der Stromindustrie (Electric Power Industry Reform Act, EPIRA) zu ändern. Ziel ist es, den Stromversorgern zu untersagen, sogenannte Systemverluste sowie die darauf entfallende Mehrwertsteuer von 12 Prozent an die Kunden weiterzugeben. Marcos betonte, dass technische Verluste und Stromdiebstahl nicht das Verschulden der Haushalte seien.

Zusätzlich zu den Stromreformen schlug der Präsident vor, die jährliche Steuerfreigrenze für Arbeitnehmer der Mittelschicht von 250.000 Pesos auf 350.000 Pesos anzuheben. Für Kleinstunternehmen plant die Regierung eine einmalige Steuererleichterung durch das Finanzamt (Bureau of Internal Revenue, BIR) sowie eine Befreiung von der Mindesteinkommensteuer für Unternehmen in diesem Sektor. LPG und Kerosin für drei Monate ausgesetzt und Preisobergrenzen für wichtige Importe eingeführt.

Die Regierung leitet die geretteten Staatseinnahmen in soziale Sicherungssysteme um. Im Bereich der Ernährungssicherheit werden die Initiativen zur Reisunterstützung ausgeweitet: Die Initiative „Benteng Bigas Meron Na“ erreicht bereits über 12 Millionen Filipinos. Bisher wurden 26.000 Tonnen subventionierter Reis an 2,5 Millionen Familien verteilt, wobei eine Ausweitung auf 8 Millionen Haushalte angestrebt wird.

Im Gesundheitswesen wurden die Programme PhilHealth YAKAP und GAMOT erweitert, die registrierten Bürgern kostenlose Beratungen und eine jährliche Abdeckung von bis zu 20.000 Pesos für wichtige Medikamente ermöglichen. Durch das „Zero-Balance Billing“-System in den Krankenhäusern des Gesundheitsministeriums (DOH) erhielten bereits fast 3 Millionen Patienten eine vollständig kostenlose medizinische Versorgung.

Auch im Bildungssektor wurden Fortschritte gemeldet: Über 80.000 Lehrer an öffentlichen Schulen erhielten Beförderungen durch das Programm zur erweiterten Karriereentwicklung. Zudem werden 10.000 Berater für die Schulpsychologie eingesetzt, um die mentale Gesundheit und Sicherheit der Schüler zu fördern, während Schulverpflegungsprogramme auf mehr als 4,5 Millionen Kinder ausgeweitet werden.

Die digitale Transformation schreitet voran, wobei über 56 Millionen Bürger staatliche Dienste über die eGovPH-App nutzen können. Dies erleichtert unter anderem die Beantragung medizinischer Hilfe ohne politische Einflussnahme. Für den Katastrophenschutz wurde ein Netzwerk aus 15 Hubs, 76 Zweigstellen und 919 lokalen Einrichtungen aufgebaut, das Notfallhilfe innerhalb von 24 Stunden leisten kann.

Abschließend verwies Marcos auf die Entdeckung von 222 Milliarden Kubikfuß ungenutztem Erdgas im Malampaya-Feld, das die Energieversorgung bis 2034 sichern soll. Zudem bekräftigte er die Verteidigung der maritimen Territorien der Philippinen unter Berufung auf das Schiedsspruch-Urteil von 2016 und das Völkerrecht.