Politik: Landesweit

Marcos' fünfte SONA weckt Erinnerungen an frühere Präsidenten

Präsident Ferdinand Marcos Jr. hielt am Montag, den 27. Juli, seine fünfte Ansprache zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) im Batasang Pambansa Complex ab. Mit der 85-minütigen Rede markiert der Präsident den Beginn der letzten zwei Jahre seiner Amtszeit.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
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Inhaltlich befasste sich die Rede mit verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Themen, darunter ein Skandal um Hochwasserschutzprojekte, die Höhe der Stromrechnungen, ein Steuerentlastungspaket für die Mittelschicht, der umstrittene Pax Silica Industrial Hub sowie die teilweise Eröffnung der MRT-7-Linie. Besonders die Erwähnung des Ombudsmanns und die Kritik an Unregelmäßigkeiten bei Hochwasserschutzprojekten sorgten für Aufsehen.

Die Rede löste bei Beobachtern und in den sozialen Medien Vergleiche mit den Ansprachen früherer Präsidenten aus. Der Politikwissenschaftler Cleve Arguelles merkte an, dass Marcos sowohl den Stil von Benigno „Noynoy“ Aquino III. als auch von Joseph „Erap“ Estrada widerspiegle. Aquino war dafür bekannt, seine SONAs vollständig in der Landessprache Filipino zu halten, während Marcos eine Mischung aus Filipino und Englisch verwendete.

Zudem wurden Parallelen zu Joseph Estrada gezogen, insbesondere aufgrund einer Passage, in der Marcos betonte, er sei nicht nur der Präsident seiner Familie, sondern der des gesamten Landes. Diese Formulierung erinnerte an Estradas berühmtes Versprechen aus seiner Amtseinführung im Jahr 1998, Korruption und Vetternwirtschaft zu bekämpfen. Auch Renato „Nato“ Reyes Jr., Präsident der Organisation Bagong Alyansang Makabayan (BAYAN), wies auf diese Ähnlichkeiten hin.

Im Zusammenhang mit den angesprochenen Unregelmäßigkeiten bei den Hochwasserschutzprojekten wurde auch der Name des ehemaligen Sprechers des Repräsentantenhauses, Martin Romualdez, genannt, der als Cousins des Präsidenten gilt. Romualdez erklärte in einer Stellungnahme, er respektiere die Aussagen des Präsidenten, auch wenn diese für seine Familie schmerzhaft seien. Er betonte, er habe nie Sonderbehandlungen verlangt, und erklärte sich bereit, seine Unschuld im Rahmen der offiziellen Prozesse zu beweisen.