Gesellschaft: Misamis Oriental

Lehrkräfte in Mindanao fordern praxisnahe Friedensbildung

Bildungsexperten in der Region Mindanao setzen sich verstärkt dafür ein, die Friedensbildung von rein theoretischen Richtlinien in den tatsächlichen Unterricht und die institutionelle Kultur zu überführen. Im Zentrum der Bemühungen steht die Frage, wie Friedensbildung lokalisiert werden kann, um den spezifischen historischen und sozialen Realitäten der verschiedenen Gemeinschaften gerecht zu werden.

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Symbolbild: Envato

Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung war die erste Konferenz zum Austausch und zur Kapazitätssteigerung im Bereich Friedensbildung (1st Peace Education Learning Exchange and Capacity Enhancement Conference), die vom 6. bis 7. April 2026 an der Xavier University stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Council of Peace Educators (CPEd) der Region 10. Die Initiative geht auf eine Zusammenarbeit zurück, die im Juni 2023 begann, als die Commission on Higher Education (CHED) Regional Office X gemeinsam mit dem Mindanao State University-Iligan Institute of Technology (MSU-IIT) erste Schulungen für Lehrkräfte durchführte.

Die Notwendigkeit einer stärkeren Verankerung der Friedensbildung wird durch die bestehende rechtliche Lage unterstrichen. Am 26. September 2026 wird die Executive Order Nr. 570 ihr 20-jähriges Bestehen feiern, ein wegweisendes Dokument, das die Friedensbildung institutionalisiert hat. Ergänzend dazu schreibt das Bangsamoro Organic Law (Republic Act Nr. 11054) vor, dass die Regierung der Bangsamoro-Region Friedensbildung auf allen Bildungsebenen fest verankern muss. Auch die CHED hat durch verschiedene Richtlinien, wie das Memorandum Order Nr. 1 aus dem Jahr 2019 und das CMO Nr. 42 aus dem Jahr 2021, Rahmenbedingungen geschaffen, um Friedensstudien in den Hochschulunterricht zu integrieren.

Trotz dieser politischen Unterstützung kritisieren Pädagogen eine Diskrepanz zwischen den Lehrinhalten und der gelebten Realität. In Regionen wie Bukidnon sind Konflikte oft tief in Fragen der Landverteilung, der Identität und der Ausgrenzung verwurzelt. Experten betonen, dass eine bloße Anpassung von Modulen nicht ausreicht. Eine echte Lokalisierung erfordere die Einbeziehung von indigenem Wissen, lokalen Konfliktlösungsmechanismen und der Geschichte der jeweiligen Region. Nur wenn die Prinzipien der Friedensbildung auch im institutionellen Alltag und in der persönlichen Erfahrung der Studierenden spürbar werden, könne die Bildung ihre volle Wirkung entfalten.