Lehrkräfte fordern dringende Gesetzgebung gegen Schwangerschaften bei Jugendlichen
Eine Gruppe von Lehrkräften und Eltern hat Präsident Ferdinand Marcos Jr. dazu aufgerufen, die Schwangerschaft im Jugendalter als dringendes nationales Anliegen einzustufen. In einer Erklärung der Organisation Parents and Teachers for Adolescent Pregnancy Prevention (PTApp) wurde gefordert, entsprechende Maßnahmen in seiner bevorstehenden Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address) als vorrangige Gesetzgebung zu zertifizieren.
Die PTApp verwies auf besorgniserregende Statistiken: Rund 6,8 Prozent der philippinischen Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren sind bereits Mutter geworden. Zudem beobachte die Gruppe einen alarmierenden Anstieg von Schwangerschaften bei Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren. Die Gruppe drängt insbesondere auf die Dringlichkeitszertifizierung des Adolescent Pregnancy Prevention Act, ein Gesetzesentwurf, der bereits seit 2017 vorliegt.
Maria Zaida Padullo, Sprecherin der PTApp und Schulleiterin einer staatlichen High School in Quezon City, betonte die tägliche Realität im Bildungsalltag. Nach 30 Jahren im Schuldienst habe sie jedes Jahr Fälle von Schwangerschaften bei Schülern erlebt. Padullo kritisierte, dass Jugendliche Informationen über Sexualität und Körperlichkeit oft nicht von vertrauenswürdigen Erwachsenen, sondern über soziale Medien oder Gleichaltrige erhielten. Laut der Young Adult Fertility and Sexuality Study 5 gaben nur etwa zwölf Prozent der philippinischen Jugendlichen an, das Thema Sexualität zu Hause zu besprechen, während 19 Prozent soziale Medien als Hauptinformationsquelle für die Pubertät nannten.
Das angestrebte Gesetz soll die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern, Gemeinden, Gesundheitsdienstleistern und Regierungsbehörden verbessern. Es sieht eine altersgerechte Aufklärung und verstärkte Unterstützung für junge Menschen vor. Eine Version des Entwurfs, House Bill 8910, wurde bereits vom Repräsentantenhaus mit 232 zu 0 Stimmen verabschiedet. Dieser Entwurf sieht die Einrichtung eines interinstitutionellen Rates zur Prävention von Schwangerschaften im Jugendalter sowie eine gemeindebasierte, altersgerechte Sexualaufklärung vor. Das Gesetz passierte jedoch vor dem Ende des 19. Kongresses nicht den Senat.
Die Zertifizierung als dringlich durch den Präsidenten hätte laut der Verfassung von 1987 weitreichende Folgen: Sie würde es dem Kongress ermöglichen, ein Gesetz in beschleunigten Lesungen am selben Tag zu verabschieden, ohne die übliche dreitägige Frist für die Verteilung gedruckter Kopien einzuhalten. Die PTApp unterstreicht, dass die Zunahme von Schwangerschaften bei sehr jungen Kindern auch ein Indikator für sexuellen Missbrauch sein kann, da das gesetzliche Mindestalter für Vergewaltigung durch den Republic Act 11648 angehoben wurde.