Gesellschaft: Landesweit

Lehrerorganisation fordert Umleitung von Milliarden für Hochwasserschutz in den Bildungssektor

Die ACT fordert die Gesetzgeber auf, eine geplante Zuweisung von 107,4 Milliarden Pesos für Hochwasserschutzmaßnahmen aus dem nationalen Haushalt 2027 zu streichen. Stattdessen sollen diese Mittel genutzt werden, um den massiven Mangel an Klassenzimmern auf den Philippinen zu beheben. Während für das Jahr 2027 laut Regierungsplan 1.250 Projekte zur Hochwasserbekämpfung vorgesehen sind, sollen lediglich 700 neue Klassenzimmer gebaut werden. Dies steht im Widerspruch zum landesweiten Bedarf, der Schätzungen zufolge bei etwa 160.000 fehlenden Klassenzimmern liegt.

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Symbolbild: Envato

Antonio Tinio, Abgeordneter der ACT-Parteiliste, kritisierte diese Prioritätensetzung während der Beratungen zum geplanten 7,2 Billionen Pesos schweren nationalen Haushalt im Repräsentantenhaus. Er wies darauf hin, dass die Regierung versprochen habe, vor Ende ihrer Amtszeit insgesamt 40.000 Klassenzimmer zu bauen. Mit der Zielsetzung von nur 700 Räumen für das kommende Jahr sei dieses Ziel jedoch kaum zu erreichen. Tinio stellte zudem fest, dass nur 113 der insgesamt 197 Schulverwaltungsbezirke des Bildungsministeriums (DepEd) Hochwasserschutzprojekte in ihrem Budget gelistet haben.

Ruby Bernardo, die Vorsitzende der ACT, warnte davor, dass die Zahl der fehlenden Klassenzimmer deutlich höher ausfallen könnte als die konservative Schätzung von 160.000. Wenn man zusätzlich Gebäude berücksichtige, die saniert oder komplett neu errichtet werden müssen, könne der tatsächliche Bedarf bei bis zu 250.000 Klassenzimmern liegen. Bernardo kritisierte zudem, dass die Mittel für das Bildungsministerium um 5,3 % sinken würden. Dadurch würde der Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von bisher 4,4 % auf 3,95 % fallen. Sie forderte stattdessen eine Finanzierung des Bildungssektors von mindestens 6 % des BIP.

Im Rahmen der Haushaltsdebatten äußerte Tinio zudem Bedenken hinsichtlich der Transparenz bei der Mittelvergabe. Er hinterfragte die Verwendung von 69,4 Milliarden Pesos für Hochwasserschutz, die DPWH angesiedelt sind, und vermutete dahinter die Existenz eines sogenannten „Leadership Fund“. Das DBM wies sowohl die Existenz eines solchen Fonds als auch die Vorwürfe zurück. Tinio kritisierte zudem die Praxis, Budgets für Projekte mit DOTr und beim DPWH künstlich aufzublähen, um Spielraum für parlamentarische Zusatzmittel zu schaffen. Er verwies auf einen ähnlichen Fall im Jahr 2023, als 127 Milliarden Pesos aus den Budgets für Projekte mit ausländischer Unterstützung beim DOTr und DPWH abgezweigt wurden. Die ACT empfiehlt, die Finanzierung des Hochwasserschutzes auszusetzen, bis Korruptionsfragen geklärt sind, und den Haushalt 2027 zugunsten der Bildung anzupassen.