Landstreitigkeiten stoppen Straßenbauprojekte in Basilan
EditIn der philippinischen Provinz Basilan führen anhaltende Streitigkeiten um Landrechte dazu, dass fast 70 Prozent der laufenden Straßenbauprojekte verzögert werden oder ganz eingestellt wurden. Nahezu 100 Projekte, bei denen es sich überwiegend um Verbindungsstraßen zwischen landwirtschaftlichen Flächen und Märkten handelt, sind aufgrund ungelöster Konflikte um Wegerechte blockiert, laut Daten des Bangsamoro-Ministeriums für öffentliche Arbeiten.
Die Probleme resultieren laut Alnaif Ronie Cuevas, dem amtierenden Bezirksingenieur des Basilan District Engineering Office, aus überlappenden Erbrechtsstreitigkeiten innerhalb von Familien sowie informellen Stammesland-Systemen. In der Vergangenheit wurden Budgets oft auf Basis mündlicher Zusagen von Dorfältesten genehmigt. Sobald jedoch Baumaschinen eintrafen, blockierten jüngere Erben oder benachbarte Clans die Arbeiten. Sie fordern Entschädigungen für die Rodung von tausenden Nutzpflanzen, insbesondere Kautschukbäumen und Kokospalmen.
Besonders betroffen sind die Gebiete im Landesinneren von Sumisip, Tipo-Tipo, Tuburan und Akbar. Ein prominentes Beispiel ist die Basilan Transcentral Road: Hier verhindert eine Forderung von etwa 18,5 Millionen Pesos an Entschädigungen den Abschluss eines 8,5 Kilometer langen Abschnitts. Die betroffenen Gebiete umfassen Bergrouten im Sampinit-Komplex zwischen dem Barangay Santa Clara in Lamitan City und dem Barangay Tumahubong in Sumisip.
Die Folgen der Baustopps tragen vor allem die Bewohner und Landwirte. Da durchgängige befestigte Wege fehlen, müssen Fahrer von öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse oft das Doppelte oder Dreifache des Standardtarifs verlangen. Für Kleinbauern fressen diese Transportkosten einen Großteil ihres Einkommens auf. Zudem isolieren Schlammwege die Gemeinden während der Regenzeit und erschweren den Zugang zu medizinischer Notfallversorgung.
Das Bangsamoro-Ministerium für öffentliche Arbeiten verfügt über keine flexiblen Mittel für Entschädigungszahlungen an Grundstückseigentümer, weshalb viele Projekte in der Provinz auf unbestimmte Zeit ausgesetzt bleiben. Cuevas plant nun Treffen mit den beauftragten Bauunternehmen, um mögliche Lösungen für die Wegerechtskonflikte zu erarbeiten.




