Kultur – Landesweit

Kulturforum in Davao thematisiert die Bedeutung der philippinischen Esskultur

Die zentrale Rolle der Ernährung und des gemeinsamen Essens in der philippinischen Gesellschaft stand im Mittelpunkt eines „Throwback Thursday“-Forums der Davao Historical Society. Luzvimina Ilagan eröffnete die Sitzung mit der traditionellen Frage „Kumain na ba kayo?“ (Habt ihr schon gegessen?), die auf den Philippinen weit mehr als eine bloße Höflichkeit darstellt. Sie gilt als Ausdruck von Fürsorge, Wärme und Mitgefühl.

Aerial shot of the Cuayan Bugtong church in Candaba, Pampanga, Philippines
Symbolbild: Envato

Der Esstisch ist oft die Seele eines philippinischen Haushalts, betonte die Food-Bloggerin und Tourismus-Aktivistin Gracie Plata während des Forums. Dort finden nicht nur Mahlzeiten statt, sondern es wird auch gearbeitet, gelernt, gespielt und das tägliche Leben reflektiert. Allerdings beobachtet das Forum einen kulturellen Wandel: Der schnelle Rhythmus des Stadtlebens führt dazu, dass Familien vermehrt auf Fertiggerichte und Fast Food zurückgreifen, was die Tradition hausgemachter Mahlzeiten verdrängt.

Als Gegenbewegung zur zunehmenden Kommerzialisierung setzt die Ernährungswissenschaftlerin Wit Holganza auf die Prinzipien der Slow-Food-Bewegung. Holganza, die mittlerweile einen eigenen Bauernhof in Davao bewirtschaftet, setzt sich für die lokale Landwirtschaft und eine bewusste Rückkehr zur Herkunft der Lebensmittel ein. Die Philippinen gelten aufgrund ihrer Vielfalt an Meeresfrüchten, Fleisch und Obst als „Speisekorb“ des Landes.

Ein kultureller Höhepunkt, der diese landwirtschaftliche Fülle feiert, ist das Kadayawan-Festival im August. Das Fest markiert die Erntezeit und bietet Märkte mit einer großen Auswahl an frischen Erzeugnissen.

Quellen: Mindanao Times / Autor & Redaktion: (Cebu City seit 2014) · anhand dieser Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.