Kritik an Senator Cayetano: Juristischer Abschluss als politisches Machtinstrument genutzt
Der philippinische Senator Alan Peter Cayetano steht wegen seines Umgangs mit seinem juristischen Hintergrund in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, seinen Abschluss als Anwalt in politischen Debatten dazu zu nutzen, um die Argumente von Personen herabzusetzen, die keine juristische Ausbildung besitzen.
Cayetano wurde 1998 in die philippinische Anwaltschaft (Philippine Bar) aufgenommen. Seine politische Laufbahn begann jedoch bereits vor seinem Studienabschluss, als er 1992 als Stadtrat in Taguig gewählt wurde. Von 1995 bis 1998 bekleidete er das Amt des Vizebürgermeisters, während er gleichzeitig sein Jurastudium absolvierte.
Nach seiner Zulassung als Anwalt konzentrierte sich Cayetano fast ausschließlich auf politische Ämter. Er diente als Abgeordneter im Repräsentantenhaus, war 2016 der Vizepräsidenten-Kandidat an der Seite von Rodrigo Duterte und fungierte später als Außenminister. Zudem war er von 2019 bis 2020 Sprecher des Repräsentantenhauses und wurde 2022 erneut in den Senat gewählt.
Kritiker weisen darauf hin, dass trotz seines Abschlusses kaum eine nennenswerte praktische Tätigkeit als Rechtsanwalt oder eine dokumentierte Erfolgsbilanz in der Gerichtspraxis erkennbar ist. Seine Karriere sei fast vollständig durch politische Mandate und Regierungsämter geprägt, die durch Steuergelder finanziert wurden.
In der Debatte wird betont, dass ein juristischer Titel kein Monopol auf Intelligenz oder die Fähigkeit zur politischen Meinungsbildung verleiht. Der Senat sei kein Gerichtssaal, in dem nur Juristen das Wort führen dürften, sondern ein Gremium, das die Interessen verschiedenster Berufsgruppen wie Lehrer, Ärzte, Landwirte und Arbeiter repräsentieren müsse.