Kritik an Marcos' fünfter SONA: Experten fordern Taten statt Versprechen
EditDie fünfte Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) von Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat bei politischen Beobachtern in Cebu gemischte Reaktionen ausgelöst. Während der Präsident verschiedene Reformvorhaben ankündigte, mahnen Experten dazu an, die Versprechen nun in konkrete Ergebnisse umzusetzen, da die Regierung in ihre letzten zwei Jahre der Amtszeit geht.
In seiner Rede am Montag, den 27. Juli, thematisierte Marcos unter anderem Maßnahmen gegen Korruption, insbesondere im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten bei Hochwasserschutzprojekten. Er schlug zudem Steuerreformen vor, versprach Verbesserungen im Gesundheitswesen sowie bei der Energieversorgung, beförderte den Einsatz künstlicher Intelligenz und bekräftigte die Position der Philippinen im Westphilippinischen Meer.
Grace Magalzo-Bualat von der Abteilung für Politikwissenschaft der University of San Carlos bewertete die Ansprache als einen Versuch, schwierige Themen direkt anzusprechen. Sie merkte an, dass Marcos mit der Ankündigung, selbst Verwandte nicht vor Untersuchungen zu schützen, notwendige Schritte zur politischen Wiedergutmachung unternommen habe, um das sinkende öffentliche Vertrauen zurückzugewinnen.
Dennoch äußerte Magalzo-Bualat Zweifel an der langfristigen Wirkung der Rede. Sie betonte, dass die Bürger nicht länger bloße Fortsetzungen von Wahlkampfversprechen hören, sondern tatsächliche Erfolge erleben wollen. Die Behandlung der Kontroversen um die Hochwasserschutzprojekte werde maßgeblich darüber entscheiden, ob die Administration erfolgreich sein wird oder nicht.
Die Expertin wies darauf hin, dass viele der vorgestellten Pläne, wie die Reformen im Energie- und Steuerbereich, auf dem Papier zwar beeindruckend klingen mögen, das eigentliche Problem jedoch darin bestehe, dass die Bevölkerung die positiven Auswirkungen solcher Maßnahmen bisher nicht im Alltag spürt. Die Filipinos suchten nach langfristigen Lösungen für die beständigen Probleme des Landes statt nach kurzfristigen staatlichen Interventionen.


