Kritik an Korruptionsbekämpfung: IBON Foundation hinterfragt Vorgehen gegen Romualdez
EditDie Entwicklungspolitik-Forschungsgruppe IBON Foundation hat die Korruptionsbekämpfung der Regierung unter Präsident Ferdinand Marcos Jr. infrage gestellt. Hintergrund ist die Ankündigung, dass rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses, Martin Romualdez, eingeleitet werden sollen.
In einem Interview mit Super Radyo dzBB äußerte sich Sonny Africa, der Exekutivdirektor der IBON Foundation, kritisch zu der Effektivität der Bemühungen. Er wies darauf hin, dass bisher nur ein Bruchteil der mutmaßlich in Korruption verwickelten Personen angeklagt wurde. Africa bezeichnete die Ankündigung gegen Romualdez als unzureichend, da die Zahl der bisherigen Anklagen weniger als fünf Prozent der tatsächlich Betroffenen ausmache. Selbst wenn nach einem Jahr weniger als 50 Personen angeklagt worden seien, stelle dies lediglich einen minimalen Anteil dar.
Zuvor hatte Präsident Marcos in seiner fünften Lagebericht-Rede (State of the Nation Address, SONA) die Einleitung von Verfahren gegen verschiedene Beamte, Gesetzgeber und Bauunternehmer hervorgehoben. Dies folge aus seinen Enthüllungen über mutmaßliche Korruption bei Hochwasserschutzprojekten im vergangenen Jahr. In diesem Zusammenhang erklärte Marcos zudem, dass das Büro des Ombudsmanns die Erhebung mehrerer Fälle gegen seinen Cousin, den ehemaligen Sprecher Romualdez, vorbereite.
Martin Romualdez reagierte auf die Vorwürfe mit der Aussage, er habe den Präsidenten nie um Gefälligkeiten oder Sonderbehandlungen gebeten. Die IBON Foundation argumentierte hingegen, dass viele einflussreiche Akteure der Verantwortung entgangen seien. Africa deutete an, dass einige dieser Personen sogar neue Positionen in Banken oder im Senat erhalten hätten, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden.











