Politik: Landesweit

Korruptionsskandal um Hochwasserschutz: 45 Personen und zwei Großunternehmen angeklagt

Ein Jahr nach den Enthüllungen von Präsident Ferdinand Marcos Jr. über massive Korruption bei Hochwasserschutzprojekten wurden insgesamt 26 Fälle vor Gericht gebracht. Laut Dokumenten, die der GMA News Research vorliegen, sind damit 45 Personen sowie zwei der 15 größten Bauunternehmen des Landes angeklagt.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Die Anklagen wurden in sechs Etappen erhoben. Unter den DPWH, darunter der ehemalige Minister Manuel Bonoan. Gegen Bonoan wird jedoch eine Entlastung beantragt, damit er als staatlicher Zeuge aussagen kann. Auch andere ehemalige DPWH-Unterstaatssekretäre und Regionaldirektoren stehen auf der Liste der Zeugen oder Angeklagten.

Ein zentraler Fall betrifft ein mutmaßliches Scheinprojekt für Hochwasserschutz in Oriental Mindoro im Wert von 289 Millionen Pesos. Hiergegen wurde am 18. November 2025 beim Sandiganbayan-Gericht Klage erhoben. Zu den Beschuldigten gehören der ehemalige Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Zaldy Co, der derzeit noch flüchtig ist, sowie der ehemalige Regionaldirektor des DPWH in Mimaropa, Gerald Pacanan, und Vertreter der Sunwest Corporation.

Von den 15 größten Bauunternehmen, die laut Präsident Marcos einen erheblichen Teil des Budgets für Hochwasserschutz erhielten, stehen zwei im Fokus der Ermittlungen: St. Timothy Construction und die Sunwest Corporation. Die Eigentümer von St. Timothy, Pacifico und Sarah Discaya sowie Ma. Roma Rimando, sehen sich Anklagen vor regionalen Gerichten in Cebu und Malolos gegenüber.

Die politische Dimension des Skandals nimmt weiter zu. Präsident Marcos kündigte in seiner jüngsten Ansprache an, dass das Büro des Ombudsmanns Plunder, Bestechung und Geldwäsche gegen den ehemaligen Sprecher Martin Romualdez prüfen werde. Marcos betonte dabei, dass er nicht als Präsident der eigenen Familie oder Freunde handle, sondern als Präsident der Philippinen. Das Büro des Ombudsmanns reagierte darauf mit der Zusage, das verfassungsmäßige Mandat konsequent auszuführen, auch wenn die Beweise in die Nähe des Präsidenten führen sollten.

Ombudsmann Jesus Crispin Remulla räumte zuletzt ein, dass bisher nur ein kleiner Prozentsatz der Beteiligten angeklagt wurde. Er begründete dies mit Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Unterlagen aus dem Bikameralen Konferenzausschuss. Remulla versprach jedoch, die Kapazitäten des Ombudsmann-Amtes durch Neueinstellungen in den kommenden Monaten zu stärken, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.