Korruptionsskandal belastet Marcos-Präsidentschaft: Klagen gegen Cousin Romualdez erwartet
EditEin Korruptionsskandal im Bereich des Hochwasserschutzes belastet die Präsidentschaft von Ferdinand Marcos Jr. massiv. Der Skandal hat seine Amtszeit überschattet und rechtliche Konsequenzen nach sich gezogen. In seiner jüngsten Ansprache an die Nation (State of the Nation Address, SONA) thematisierte Präsident Marcos die Korruption und kündigte an, dass der Ombudsmann rechtliche Schritte gegen seinen Cousin, den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses Martin Romualdez, einleiten werde.
Die politische Lage des Präsidenten hat sich laut aktuellen Umfragen von Pulse Asia deutlich verschlechtert. Das Vertrauen in Marcos sank im jüngsten Quartal um sieben Prozentpunkte auf nunmehr 28 Prozent. Gleichzeitig gaben 51 Prozent der Befragten an, dem Präsidenten zu misstrauen. Dieser Trend steht im starken Kontrast zu dem deutlichen Wahlsieg, den er im Jahr 2022 errungen hatte.
Der Korruptionsskandal um die Hochwasserschutzmaßnahmen hat weitreichende Folgen für die politische Stabilität. Er führte nicht nur zum Ausscheiden von Romualdez aus seinem Amt als Sprecher, sondern belastete auch das Kabinett sowie den Senat. Während der Präsident betonte, er sei nicht der Präsident seiner Familie oder seiner Freunde, sondern der des philippinischen Volkes, bleibt die Umsetzung wirtschaftlicher Reformen schwierig.
Die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit sind durch eine tiefe politische Spaltung geprägt. Das politische Umfeld ist durch die zweite Amtsenthebungsanklage des Repräsentantenhauses gegen Vizepräsidentin Sara Duterte belastet. Politische Entscheidungen und Gesetzesvorhaben werden zunehmend unter dem Aspekt der Präsidentschaftswahl 2028 betrachtet. Zudem bleibt die politische Rivalität zwischen den Familien Marcos und Duterte nach dem Zusammenbruch ihrer Allianz und der Festnahme des Duterte-Patriarchen in Den Haag ein dominanter Faktor.











