Kontroverse um Abstimmung im Senats-Tribunal: Drei Minderheitssenatoren stimmten gegen Erwin Tulfo
EditDas SET hat die Ablehnung eines Antrags zur Absetzung von Senator Erwin Tulfo bestätigt. In einer knappen Abstimmung mit sechs zu drei Stimmen lehnte das Gremium einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ab, der wegen angeblicher Probleme mit seiner Staatsbürgerschaft eingereicht worden war. Während die Entscheidung, die ursprüngliche Abweisung des Antrags aufzuheben, erwartet wurde, sorgte das Abstimmungsergebnis für politisches Aufsehen.
Das Tribunal wies den Antrag auf Wiederaufnahme (Motion for Reconsideration, MR) des Petenten Berteni Causing zurück. Laut einer Erklärung des SET-Sekretärs Luis Jose Geronimo wurde der Antrag verspätet eingereicht und entsprach nicht den geltenden SET-Regeln von 2020 hinsichtlich der Einreichung und Zustellung. Das neunköpfige Gremium, das sich am Freitag, den 16. Oktober, im Senat zusammenfand, bestand aus Richtern des Obersten Gerichtshofs und Senatoren. Das Tribunal wird von Supreme Court Senior Associate Justice Marvic Leonen geleitet, wobei die Richter Henri Jean Paul Inting und Ramon Paul Hernando als Mitglieder fungieren. Die Mehrheit der Stimmen gegen den Antrag stammte von den Richtern des Obersten Gerichtshofs sowie drei Senatoren der Mehrheitsfraktion, darunter Kiko Pangilinan, Bam Aquino und Lito Lapid.
Unerwartet war jedoch, dass drei Mitglieder der Senatsminderheit gegen die Ablehnung des Antrags stimmten. Berichten zufolge handelte es sich dabei um die Senatoren Robin Padilla, Pia Cayetano und Camille Villar. Senator Panfilo „Ping“ Lacson kritisierte das Verhalten dieser drei Abgeordneten scharf. Er erklärte in einem Social-Media-Beitrag, dass Gerechtigkeit und Fairness missachtet wurden, da die drei Mitglieder zugunsten eines verspäteten Antrags eines Petenten ohne rechtliche Grundlage gestimmt hätten. Lacson lobte die drei Richter des Obersten Gerichtshofs und die anderen drei Senatoren, die den offensichtlichen Verfahrensfehler erkannt hatten. Er deutete zudem an, dass hinter dieser Entscheidung tiefere Motive stecken könnten, die über rein persönliche Differenzen mit Senator Tulfo hinausgehen.
Senator Erwin Tulfo reagierte enttäuscht auf das Abstimmungsergebnis. In einem Interview am Montag, den 19. Oktober, äußerte er sich verletzt über die plötzliche Abkehr der Kollegen, betonte jedoch, dass dies deren Recht sei. Er sagte, dass man die Sichtweise der anderen akzeptieren müsse und die Angelegenheit Gott überlasse. Auf Facebook teilte er zudem am 17. Oktober eine Illustration, die ihn metaphorisch von den genannten Senatoren hintergangen darstellte, wobei er sich selbst als von Armen mit Messern zustochen dargestellt sah, die mit den Namen der Senatoren Padilla, Villar und Cayetano beschriftet waren.
Die Spannungen zwischen Tulfo und der Senatsminderheit sind nicht neu. In der Vergangenheit kam es bereits zu heftigen Wortgefechten und politischen Konflikten. Im Juni kritisierte Tulfo den damaligen Senatspräsidenten Alan Peter Cayetano als unehrlich, da dieser zusammen mit der Minderheit Sitzungen schwänzte, um das Quorum zu verhindern. Zudem gab es einen hitzigen Austausch mit Camille Villar während einer Debatte über die Hürden für eine Verurteilung eines Amtsinhabers. In diesem Zusammenhang verteidigte Villar ihre Kollegen gegen Tulfos Bemerkungen, wonach die Verfasser der Verfassung von 1987 nicht damit gerechnet hätten, dass Senatoren-Richter mit Korruptionsvorwürfen wie Plünderung oder Diebstahl konfrontiert werden könnten.
Die politische Tragweite einer möglichen Absetzung Tulfos wäre erheblich gewesen, insbesondere im Kontext des laufenden Impeachment-Verfahrens gegen die Präsidentin Duterte. Hätte das SET Tulfo aus dem Amt entfernt, wäre die Anzahl der aktiven Senatoren im Tribunal auf 19 gesunken. Dies hätte die erforderliche Stimmenanzahl für ein Urteil im Impeachment-Verfahren maßgeblich beeinflusst: Bei 19 Teilnehmern wären 15 Stimmen für eine Verurteilung und fünf Stimmen für einen Freispruch erforderlich gewesen.






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