Politik: Landesweit

Klimaschutz in der SONA 2026: Experten kritisieren fehlende Maßnahmen gegen Super El Niño

Ein Super El Niño wird die Philippinen voraussichtlich in den letzten Monaten des Jahres 2026 erreichen, warnt JL Algo, nationaler Koordinator von Aksyon Klima Pilipinas. Diese Zeit ist kritisch, da traditionell auch starke Taifune auftreten. Präsident Ferdinand Marcos Jr. thematisierte in seiner fünften Lagebesprechung vor dem Parlament (State of the Nation Address, SONA) verschiedene Regierungsschwerpunkte, jedoch ohne eine klare Agenda für den Klimaschutz vorzustellen.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Klimaaktivisten bemängeln, dass der Präsident lediglich den Bau weiterer Evakuierungszentren als Reaktion auf die Bedrohung durch den Super El Niño erwähnte. Die Klimaberaterin Lourdes Tibia vom Institut für Klima und nachhaltige Städte (Institute for Climate and Sustainable Cities) ergänzt, dass die Auswirkungen des Super El Niño ab Oktober spürbar sein werden. Zwar könnten im späten Jahr 2026 weniger Zyklone auftreten, diese könnten jedoch die Kategorie Taifun oder Super-Taifun erreichen.

Ab November sei mit Trockenperioden zu rechnen, und sollte das El Niño-Phänomen bis 2027 anhalten, werde die kommende Warmzeit noch heißer ausfallen, so Tibia. Die Pläne des Präsidenten zur Energiewende stießen auf Widerstand. Marcos regte eine Änderung des Gesetzes über das ökologische Festabfallmanagement an, um Technologien zur Energiegewinnung aus Abfall (Waste-to-Energy, WTE) zu fördern.

Vertreter der Organisation Aksyon Klima Pilipinas kritisierten WTE-Anlagen aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gemeinden. Die Bewegung Asian Peoples' Movement on Debt and Development (APMDD) bezeichnete die Förderung der Kernenergie als gefährliche Ablenkung. Die Organisation warnte, dass Kernkraft zu langsam, zu teuer und unsicher sei.

Zudem bestehe die Gefahr, dass die Philippinen durch die hohen Kosten langfristig finanziell belastet würden und günstigere erneuerbare Energien verdrängt würden. Angesichts der Lage des Archipels am Pazifischen Feuerring und der häufigen Taifune seien die Risiken durch Erdbeben und Sturmfluten für Kernreaktoren und die Lagerung radioaktiver Abfälle als katastrophal einzustufen.