Kirchlicher Vorwurf: Profitieren die Philippinen wirklich vom KI-Projekt Pax Silica?
EditEin geplantes KI-Technologiezentrum der philippinischen Regierung hat zu kritischen Fragen geführt. Im Mittelpunkt steht das Projekt Pax Silica, eine von den USA geführte Initiative zur Sicherung der globalen Lieferketten für Künstliche Intelligenz (KI) und die Halbleiterindustrie. Die Philippinen gehören zu den 24 Ländern, die dieses Abkommen unterzeichnet haben.
Kardinal Pablo David, der Bischof von Caloocan, hat Bedenken hinsichtlich des Projekts geäußert. In einem Social-Media-Post hinterfragte er, ob Pax Silica tatsächlich die wissenschaftliche Kapazität, die technologische Innovation und die industrielle Widerstandsfähigkeit des Landes stärken wird. Er äußerte die Sorge, dass das Vorhaben primär den strategischen Interessen anderer dienen könnte, während die Philippinen lediglich Land, natürliche Ressourcen, Wasser, Energie, Steueranreize und Arbeitskräfte bereitstellen.
Der Kardinal betonte, dass eine echte Partnerschaft das Gastland stärken müsse, und grenzte dies von einer reinen Ausbeutung ab. Für eine verantwortungsvolle Umsetzung fordert er Transparenz, den Transfer von Technologien sowie eine bedeutsame Beteiligung philippinischer Wissenschaftler und Industrien. Das Land dürfe nicht bloß eine Quelle für Rohstoffe und billige Arbeitskräfte bleiben, sondern müsse in der Wertschöpfungskette aufsteigen.
Der Kardinal verwies auf die Lehren von Papst Leo XIV. und Papst Franziskus, wonach Technologie dem Menschen dienen müsse und der digitale Fortschritt nicht zur Arena für Machtansprüche und Dominanz werden dürfe. Das philippinische Präsidentenpalast (Malacañang) reagierte auf die Debatte und rief die Öffentlichkeit dazu auf, spezifische Anliegen zum Pax-Silica-Projekt an die zuständigen Behörden zu richten.
Claire Castro, Unterstaatssekretärin im Palastpresseamt, erklärte, die Regierung werde alle Bedenken prüfen, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen des Projekts auf die Wasser- und Stromversorgung des Landes. Die Bestimmungen der US-geführten Initiative könnten noch angepasst werden.




