Kardinal fordert Transparenz bei US-geführter Technologie-Initiative
EditDie Pax-Silica-Initiative, eine von den USA geführte Technologie-Koalition, steht vor einer entscheidenden Herausforderung: der Gewährleistung von Transparenz und echter Partnerschaft mit ausländischen Partnern. Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen bestehe die Gefahr, dass die Rolle der Philippinen innerhalb der Initiative einseitig ausfällt.
Der philippinische Kardinal Pablo Virgilio David, der auch das Bistum Kalookan leitet, hat die Regierung zur Transparenz bei dieser Initiative aufgerufen. Er forderte Transparenz, den Transfer von Technologien sowie eine bedeutsame Beteiligung philippinischer Wissenschaftler und Industrien. Zudem müsse ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt sichergestellt werden.
Kardinal David betonte, dass das Land eine klare Verpflichtung benötige, um in der Wertschöpfungskette aufzusteigen. Es dürfe nicht dazu kommen, dass die Philippinen lediglich als Lieferant für Rohstoffe und billige Arbeitskräfte dienen. Die entscheidende Frage sei, ob die Initiative die wissenschaftliche Kapazität, die technologische Innovation und die industrielle Widerstandsfähigkeit des Landes stärkt oder ob sie primär anderen Nationen dient, während die Philippinen Land, natürliche Ressourcen, Wasser, Energie, Steueranreize und Arbeitskräfte bereitstellen.
Pax Silica wurde im Dezember 2025 von etwa zwei Dutzend Ländern, darunter die USA, Japan, Australien und das Vereinigte Königreich, gegründet, um die Lieferketten für Halbleiter, kritische Mineralien und künstliche Intelligenz zu sichern. Die Philippinen traten der Koalition im April 2026 bei. Ein zentrales nationales Projekt ist die geplante „Economic Security Zone“ in New Clark City in der Provinz Tarlac, die von Behörden als das erste KI-native Industriezentrum der Initiative angekündigt wurde.
Neben den wirtschaftlichen Aspekten äußerte Kardinal David auch moralische Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Reichweite künstlicher Intelligenz. Unter Bezugnahme auf die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. mahnte er, dass die Technologie dem Menschen dienen müsse und nicht umgekehrt. Er verwies zudem auf die Enzyklika „Fratelli Tutti“ von Papst Franziskus und warnte davor, die Zukunft allein auf Basis geopolitischer Rivalitäten und nationaler Interessen aufzubauen. Die digitale Revolution dürfe kein Schauplatz für technologische Dominanz werden, sondern müsse der Kooperation dienen.

