Kanada und ASEAN streben nach Freihandelsabkommen zur Sicherung der regionalen Stabilität
Die Sicherheitslage im indopazifischen Raum definiert sich zunehmend über praktische Lebensgrundlagen wie Energieversorgung, Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität. Vor diesem Hintergrund treiben Kanada und die ASEAN-Staaten die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (ASEAN-Canada Free Trade Agreement, ACAFTA) voran. Ziel ist es, den Handel, die Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den zwölf teilnehmenden Volkswirtschaften, die zusammen mehr als 850 Millionen Menschen repräsentieren, zu erleichtern.
Im Rahmen der jüngsten ASEAN-Post-Ministerial-Konferenz und des ASEAN-Regional-Forums in Manila unterstrich die kanadische Außenministerin Anita Anand die Unterstützung Kanadas für die zentrale Rolle der ASEAN sowie für einen sicheren und prosperierenden indopazifischen Raum. Die regionalen Führungskräfte betonten dabei, dass Sicherheit heute weit über geopolitische Fragen hinausgeht und auch Klimaresilienz, nachhaltiges Wachstum und starke Wirtschaftspartnerschaften umfasst.
Auch die bilateralen Beziehungen zwischen den Philippinen und Kanada wurden intensiviert. Nach einem Besuch von Präsident Ferdinand Marcos Jr. in Kanada wurden die Beziehungen zu einer strategischen Partnerschaft aufgewertet. Ein zentrales Ziel dieser Kooperation ist der Abschluss von Verhandlungen über ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen Kanada und den Philippinen bis Ende 2026, um das Wirtschaftswachstum zu fördern und Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten.
Die Zusammenarbeit soll insbesondere in den Bereichen Energie und Landwirtschaft stattfinden. Während die Philippinen ihren Energiemix erweitern, bietet Kanada Expertise in den Bereichen saubere Energie, kritische Mineralien sowie nachhaltige Ressourcenentwicklung und liefert zudem Flüssiggas (LNG, LPG) und Öl. Im Agrarsektor arbeitet Kanada über das Indo-Pacific Agriculture and Agri-Food Office in Manila mit Regierungen und dem Privatsektor zusammen, um den Handel zu vereinfachen und die Ernährungssicherheit durch klimaresiliente Anbaumethoden zu stärken.
Zusätzlich zur wirtschaftlichen Kooperation setzt Kanada auf die Stärkung der Katastrophenvorsorge. Durch Schulungsprogramme arbeitet das Land mit dem ASEAN Coordinating Centre for Humanitarian Assistance on Disaster Management (AHA Centre) zusammen. Diese Initiativen sollen lokale zivilgesellschaftliche Gruppen dabei unterstützen, von rein reaktiven Maßnahmen bei Katastrophen zu präventiven, vorausschauenden Handlungen überzugehen.