Impeachment-Verfahren gegen Sara Duterte: NBI-Chef zu kritischen Kommentaren befragt
Im laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte hat der Verteidiger Mark Vinluan den Direktor des National Bureau of Investigation (NBI), Melvin Matibag, mit seinen früheren öffentlichen Äußerungen über die Vizepräsidentin konfrontiert.
Während der Anhörung im Senat am Dienstag, den 21. Juli 2026, legte Vinluan drei Meinungsbeiträge vor, die Matibag zwischen September und November 2024 in der Daily Tribune veröffentlicht hatte. In diesen Artikeln bezeichnete Matibag die Vizepräsidentin als „Bratinella“, ein Wortspiel aus „Brat“ und „Cinderella“, das sie als verwöhntes Kind darstellt.
Matibag räumte die Urheberschaft der Texte ein und erklärte, dass der Begriff „Bratinella“ ursprünglich von ihrem Vater, dem ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte, stammte. In einem der Beiträge behauptete Matibag zudem, dass das öffentliche Vertrauen in die Vizepräsidentin aufgrund ihres Verhaltens zerbröche.
Die Verteidigung konterte diese Behauptung mit Umfragewerten der Social Weather Stations (SWS), die eine positive Vertrauensbewertung von +57 % für Sara Duterte auswiesen, während Präsident Ferdinand Marcos Jr. bei +34 % lag. Der vorsitzende Senator Chiz Escudero wies jedoch darauf hin, dass die von der Verteidigung vorgelegten Grafiken kein spezifisches Datum enthielten.
Auf die Frage, ob solche Meinungen die Ermittlungen des NBI beeinflussen könnten, betonte Matibag, dass das Amt nach Gesetz und Beweisen handle. Er bezeichnete Umfragen als bloße Momentaufnahmen, die für die Arbeit der Behörde nicht maßgeblich seien. Er fragte rhetorisch, ob eine populäre Person nicht dennoch zur Rechenschaft gezogen werden müsse, wenn sie eine Straftat begehe.
Nach der Befragung beantragte Vinluan eine Vertagung der Kreuzvernehmung, da Matibag Themen angesprochen habe, die nicht in den Artikeln der Amtsenthebung enthalten seien. Das Gericht gab diesem Antrag statt, trotz Einwänden der Staatsanwaltschaft.
SONA finden am 27. und 28. Juli keine Anhörungen statt. Die Verhandlungen werden am 29. Juli um 10:00 Uhr fortgesetzt.