Impeachment-Verfahren gegen Sara Duterte: NBI-Chef bezeugt Gewaltmuster
Im laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte hat der Direktor des National Bureau of Investigation (NBI), Melvin Matibag, vor dem Senat zu einem mutmaßlichen Gewaltmuster der Politikerin ausgesagt. Die Anklage nutzt diese Zeugenaussagen, um Artikel IV der Amtsenthebungsbeschwerde zu untermauern, in dem es um schwerwiegende Drohungen gegen Präsident Ferdinand Marcos Jr., die First Lady und den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses, Martin Romualdez, geht.
Ein zentraler Teil der Beweisführung betraf die Rolle Dutertes während ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin von Davao City. Matibag verlas Passagen aus einem Affidavit des mutmaßlichen Auftragsmörders Arturo Lascañas, das ICC eingereicht wurde. Laut diesem Dokument soll Duterte den damaligen Polizeichef von Davao, Ronald dela Rosa, angewiesen haben, verdächtige Drogenkonsumenten und andere Kriminelle zu entführen und in einem Steinbruch zu vergraben.
Die Anklage präsentierte zudem Videomaterial, das Sara Duterte im Jahr 2011 dabei zeigt, wie sie einen Gerichtsvollzieher schlug, nachdem dieser eine Abrissverfügung nicht aufgeschoben hatte. Darüber hinaus wurde ein Video von Davao-Bürgermeister Baste Duterte von einem Rallie im April 2024 gezeigt, in dem er äußerte, dass man nur den Kopf des Präsidenten benötige. Matibag stellte eine Verbindung zwischen der Rhetorik des Bürgermeisters und den Äußerungen der Vizepräsidentin her und wies darauf hin, dass die Drohungen offenbar aus derselben Familie stammten.
Matibag erklärte während der Sitzung am Dienstag, 21. Juli 2026, dass das NBI die von der Vizepräsidentin ausgesprochenen Todesdrohungen als Angelegenheit der nationalen Sicherheit eingestuft habe. Die Drohungen bezogen sich auf eine Pressekonferenz im Oktober 2024, in der Duterte erklärt hatte, jemanden angewiesen zu haben, Marcos, die First Lady und Romualdez zu töten, falls sie selbst getötet würde. Sie betonte damals, dass diese Aussage kein Scherz sei.
Die Verteidigung widersprach der Verwendung des Lascañas-Dokuments vehement. Der Anwalt Mark Vinluan argumentierte, das Dokument sei weder unterzeichnet noch notariell beglaubigt und der Zeuge sei nicht befugt, darüber auszusagen, da er es nicht selbst verfasst habe. Der vorsitzende Senator Chiz Escudero erlaubte Matibag zwar, auf Basis des Dokuments auszusagen, betonte jedoch, dass dies nicht als Beweis für den Wahrheitsgehalt der darin enthaltenen Aussagen diene.
Nach den Vorfällen im Senat gab das Büro der Vizepräsidentin eine Erklärung ab, wonach Sara Duterte zu einer Auslandsreise aufgebrochen sei. Die Reise führe über Katar, das Vereinigte Königreich und die Niederlande. Das Büro betonte, dass die Reise sowohl offiziellen als auch persönlichen Zwecken diene, um philippinische Interessen zu fördern und mit Filipinos im Ausland in Kontakt zu treten. Es werde kein Steuergeld für die Dauer des Aufenthalts verwendet.