Impeachment-Verfahren gegen Sara Duterte: Bank-Zeugenaussagen stützen Vorwürfe
EditIm laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte hat die Anklage neue Belege für die mutmaßliche missbräuchliche Verwendung von Geheimgeldern angeführt. Die Aussagen zweier ehemaliger Führungskräfte der Land Bank of the Philippines (LandBank) untermauern laut dem Anklagegremium die bisherigen Behauptungen von Ramil Madriaga, einem ehemaligen Mitarbeiter der Vizepräsidentin.
Zia Alonto Adiong, Abgeordneter aus Lanao del Sur und Sprecher der Anklage, erklärte nach den Verhandlungen am Mittwoch, dass die Zeugenaussagen der ehemaligen LandBank-Filialleiterinnen Violeta Constantino und Nenita Camposano die Inhalte von Madriagas eidesstattlicher Versicherung bestätigen. Madriaga hatte bereits am 14. April vor dem Justisausschuss des Repräsentantenhauses behauptet, Duterte habe ihn angewiesen, am 20. Dezember 2022 den Transport von 125 Millionen Pesos an Geheimgeldern in vier großen Taschen zu koordinieren.
Während der Anhörung vor dem Impeachment-Gericht des Senats bestätigte Constantino, die Abteilungsleiterin der Shaw-Boulevard-Filiale, dass Personal des Büros der Vizepräsidentin (OVP) an diesem Tag die Bargeldsumme abhob und in vier großen Sporttaschen verstaute. Laut Madriaga enthielten die Taschen jeweils zwischen 30 und 35 Millionen Pesos. Er gab zudem an, die 125 Millionen Pesos innerhalb eines einzigen Tages abgerechnet zu haben, statt der offiziell gemeldeten elf Tage.
Auch der andere Sprecher der Anklage, der ehemalige Abgeordnete Robert Ace Barbers, bezeichnete die Übereinstimmungen als auffällige Zufälle. Er wies darauf hin, dass sowohl die Bankmanagerinnen als auch Madriaga, die sich untereinander nicht kannten, identische Details über die Art der Taschen und die Summen lieferten. Zudem merkten Constantino und Camposano an, dass die Transaktionen des OVP und des DepEd ungewöhnlich gewesen seien.
Die Zeugenaussagen von Constantino dienen im Prozess der Untersuchung von Artikel I der Anklageschrift, der sich mit dem mutmaßlichen Missbrauch von Geheimgeldern in den Büros von Duterte befasst. In der Befragung durch die Senatoren Erwin Tulfo und Risa Hontiveros wurde zudem thematisiert, ob die massive Abhebung der gesamten Summe von 125 Millionen Pesos in einem einzigen Vorgang unüblich sei.



