Impeachment-Gericht mahnt NBI-Chef wegen Äußerungen über Senatoren ab
Der Vorsitzende des Impeachment-Gerichts des Senats, Francis „Chiz“ Escudero, hat den Direktor des National Bureau of Investigation (NBI), Melvin Matibag, förmlich ermahnt. Grund dafür waren öffentliche Äußerungen des NBI-Chefs, die sich gegen einzelne Mitglieder des Gerichts richteten. Escudero betonte, dass solche Aussagen die Unabhängigkeit und Integrität des laufenden Verfahrens gefährden könnten.
Die Ermahnung erfolgte am Dienstag, den 21. Juli 2026, während der Fortsetzung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Vizepräsidentin Sara Duterte. Matibag war zu diesem Zeitpunkt als Zeuge geladen worden, nachdem das Anklagegremium des Repräsentantenhauses ihn im Zusammenhang mit Vorwürfen der schweren Drohung und Aufwiegelung zur Sedition benannt hatte.
Der Konflikt zwischen dem Ermittlungsbehörden-Chef und dem Senat entzündete sich an Ankündigungen des NBI, Untersuchungen zu Unregelmäßigkeiten bei Infrastrukturprojekten der Südostasien-Spiele (SEA Games) im Jahr 2019 wieder aufzunehmen. Diese Projekte wurden unter der Leitung von Senator Alan Peter Cayetano durchgeführt. Cayetano warf Matibag vor, zu versuchen, ihn in seiner Rolle als Richter im Impeachment-Verfahren gegen Duterte einzuschüchtern. Matibag wies diese Anschuldigungen entschieden zurück und erklärte, das NBI erfülle lediglich seine Aufgaben als Ermittlungsbehörde.
Escudero stellte klar, dass Matibag zwar seine Untersuchungen fortsetzen könne, dabei jedoch keine öffentlichen Statements abgeben dürfe, die die einzelnen Senatoren-Richter in ihrer Funktion beeinträchtigen. Zudem kündigte der Vorsitzende an, dass die Stellungnahmen der Senatoren Alan Peter Cayetano und Pia Cayetano vom 15. Juli, die sich auf Matibags Aussagen und ein im Prozess gezeigtes Video bezogen, an den Ausschuss für Senatsregeln (Committee on Rules) verwiesen werden. Dieser soll über das weitere Vorgehen entscheiden. Laut Escudero müsse ein solcher Konflikt innerhalb des Senats als legislative Körperschaft gelöst werden und dürfe nicht in die laufenden Verfahren des Impeachment-Gerichts hineingezogen werden.
Quellen
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