Wirtschaft

Illegaler Wildtierhandel verursacht jährliche Schäden in Milliardenhöhe auf den Philippinen

Der illegale Handel mit Wildtieren stellt für die Philippinen eine massive wirtschaftliche Bedrohung dar und verursacht jährliche Schäden von geschätzten einer Milliarde US-Dollar. Neben den finanziellen Einbußen warnen Experten vor einem wachsenden Risiko für die öffentliche Gesundheit, da der Handel zunehmend über Online-Schwarzmärkte abgewickelt wird.

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Bild: PIA - Featured Image

Dr. Esteven Toledo, Leiter des Wildlife Rescue Center beim Büro für Biodiversitätsmanagement des Ministeriums für Umwelt und natürliche Ressourcen (DENR-BMB), erklärte bei einem Treffen mit der Haribon Foundation und Strafverfolgungsbehörden, dass sich die Landschaft des illegalen Handels verändert habe. Frühere Handelszentren wie Cartimar seien kaum noch relevant, während der Handel über das Internet nun die größte Herausforderung darstelle. Da die Tiere direkt aus der Wildnis stammen und keine tierärztlichen Kontrollen oder regulären Import- und Exportprozesse durchlaufen, bestehe ein erhebliches Risiko für die Verbreitung von Zoonosen, ähnlich wie es bei COVID-1 Fälle der Fall war.

Ein Schwerpunkt der aktuellen Bemühungen liegt auf dem grenzüberschreitenden Schmuggel von indonesischen Papageien, ein Problem, das auf den Philippinen bereits seit über drei Jahrzehnten besteht. Im Jahr 2022 wurden allein 763 aus Indonesien stammende Vögel abgefangen. Die Dimension des illegalen Netzwerks wird durch Daten aus dem Zeitraum von 2010 bis 2020 verdeutlicht, in dem die Strafverfolgungsbehörden über 67.500 Wildtierpräparate von 523 mutmaßlichen Tätern beschlagnahmten.

Um diesen Syndikaten entgegenzuwirken, hat die Haribon Foundation das Projekt „Tackling Cross-Border Bird Trade: Indonesian Parrots in the Philippines“ ins Leben gerufen. Die Initiative arbeitet mit Umweltbehörden und PNP und der Küstenwache zusammen, um Schmuggelrouten in Luzon und Mindanao zu kartieren, die Strafverfolgung zu unterstützen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken. Rjay Serrano, Forschungsspezialist bei Haribon, betonte, dass die Bekämpfung des illegalen Papageienhandels nur durch koordinierte Anstrengungen vieler Organisationen gelingen könne, was zu mehr Beschlagnahmungen und erfolgreichen Strafverfolgungen führe.

Fake National ID Philippines
Quelle: Google

Das DENR mahnte die Bevölkerung auf, den Handel zu stoppen, da laut Dr. Toledo das Wilderei- und Jagdaufkommen nachlassen werde, sobald die Nachfrage nach Käufen sinke. Die Philippinen beherbergen über 52.000 einzigartige Arten, von denen fast 2.000 vom Aussterben bedroht sind. Das Ministerium warnt, dass jeder digitale Kauf von Haustieren Arten näher an den Rand der Ausrottung treibe und Ökosysteme destabilisiere.

Der illegale Handel verstößt gegen das Gesetz zum Schutz der Wildtierressourcen (Republic Act No. 9147). Dieses schreibt strenge Genehmigungspflichten für den Verkauf, Besitz oder Transport von Wildtieren und deren Erzeugnissen wie Haut oder Knochen vor. Auch digitale Plattformen sind nicht immun und werden aktiv überwacht. Wer gegen das Gesetz verstößt, dem drohen bis zu vier Jahre Gefängnis und Geldstrafen von bis zu 300.000 Pesos. Zudem sind Behörden berechtigt, sowohl die geschmuggelten Tiere als auch die zur Abwicklung der Transaktionen genutzten digitalen Vermögenswerte zu beschlagnahmen.

Verdachtsfälle oder illegale Online-Angebote können über die Website des DENR-BMB, den NBI gemeldet werden.

Quellen