Politik: Pampanga

Helen Clark warnt Neuseeland vor Verlust der außenpolitischen Unabhängigkeit

Die ehemalige neuseeländische Premierministerin Helen Clark hat die Regierung in Wellington davor gewarnt, die Tradition einer unabhängigen Außenpolitik durch das verstärkte Streben nach Sicherheitsabkommen im Pazifik zu gefährden. In einem Gespräch mit dem South China Morning Post in Singapur mahnte die 76-Jährige, dass das Land nicht als Stellvertreter für andere Mächte wahrgenommen werden dürfe.

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Symbolbild: Envato

Clark, die zuvor neun Jahre lang Neuseeland und acht Jahre lang den Entwicklungszweig der Vereinten Nationen leitete, verwies auf die zwei Grundpfeiler der neuseeländischen Außenpolitik: die Unabhängigkeit von Supermacht-Blöcken und einen nuklearwaffenfreien Pazifik. Beide Prinzipien stünden derzeit unter Druck. Sie bezeichnete die Pazifik-Strategie der USA zudem als ein „Bluff-Spiel“.

Die jüngere verstärkte Verteidigungsdiplomatie Neuseelands, darunter ein Kooperationspakt mit Papua-Neuguinea, wurde von Clark kritisch betrachtet. Zudem äußerte sie sich besorgt über die Entwicklungen in Australien. Die Ambitionen Australiens bezüglich nuklearbetriebener U-Boote seien nicht förderlich, da dies letztlich zur Errichtung eines US-Stützpunktes für solche Boote führen könnte. Ihre Ausführungen machte sie im Rahmen der International Conference on Cohesive Societies der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur.