Wirtschaft: Metro Manila

Philippinische Energiekonzerne prüfen Einsatz modularer Kernreaktoren

Die Manila Electric Company (Meralco) und die Meralco PowerGen Corporation (MGEN) planen, die Nutzung von kleinen modularen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) auf den Philippinen eingehend zu untersuchen. Zu diesem Zweck haben die Unternehmen das US-amerikanische Ingenieurbüro Sargent & Lundy ausgewählt, das die Machbarkeitsstudie in Kooperation mit dem lokalen Partner AMH Philippines, Inc. (AMH) durchführen wird.

Team of Engineers Inspecting Port Infrastructure TogetherImage-Source
Symbolbild: Envato

Dieses Vorhaben ist die nächste Phase eines technischen Hilfsprogramms mit einem Volumen von 2,8 Millionen US-Dollar. Die Finanzierung erfolgt durch die USTDA, nachdem das Programm bereits im Februar 2026 offiziell angekündigt worden war. Ziel der Untersuchung ist es, der One Meralco-Gruppe eine belastbare, datenbasierte Grundlage zu schaffen, um zu entscheiden, ob, wann und in welcher Form SMR-Technologien in den künftigen Energiemix des Landes aufgenommen werden können.

Um die Studie zu steuern und die Zusammenarbeit mit den Experten von Sargent & Lundy und AMH zu koordinieren, wurde innerhalb der One Meralco-Gruppe eine eigene SMR-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Der Abschluss der umfassenden Analyse wird für das vierte Quartal 2027 erwartet. Emmanuel V. Rubio, Präsident und CEO von MGEN, erklärte in einer Pressemitteilung, dass die Partnerschaft mit Sargent & Lundy ein entscheidender Schritt sei, um die nukleare Roadmap des Unternehmens in konkrete, datengestützte Entscheidungen im Rahmen des NEST-Programms zu überführen. Er betonte zudem das Engagement von MGEN, sichere und kohlenstoffarme Technologien wie SMRs zu erforschen, um die langfristige Energieversorgung und das Wirtschaftswachstum der Philippinen zu sichern.

Das Programm von Sargent & Lundy wird als anbieterneutrale Bewertung konzipiert und IAEA sowie an internationalen Best Practices. Die Studie deckt verschiedene Kernbereiche ab, darunter die Bewertung der Technologie, die Auswahl geeigneter Standorte, die Integration in das Stromnetz sowie die finanzielle und kommerzielle Planung. Zudem sollen Entscheidungsprozesse und Kapazitäten durch gezielte Workshops aufgebaut werden.

Neben der internen Expertise soll das Projekt auch die technische Kompetenz wichtiger nationaler Akteure stärken. Dazu gehören das Energieministerium (Department of Energy, DOE) und die philippinische Atomenergie-Regulierungsbehörde (Philippine Atomic Energy Regulatory Authority, PhilATOM). Felino M. Bernardo, Leiter der Abteilung für strategische Energiewende bei MGEN, wies darauf hin, dass die Untersuchung über die reine Standortsuche hinausgehe. Sie solle Rahmenbedingungen und technisches Know-how schaffen, die sowohl MGEN als auch die nationalen Behörden auch nach Abschluss der Studie bei der Entscheidungsfindung unterstützen.