Gewerkschaft kritisiert Schweigen der Regierung zur Krise in der Zuckerindustrie
EditDie Krise in der heimischen Zuckerindustrie und stagnierende Löhne blieben in der jüngsten Lagebesprechung (State of the Nation Address, SONA) von Präsident Ferdinand Marcos Jr. unthematisiert. Der National Congress of Unions in the Sugar Industry of the Philippines (NACUSIP-TUCP) kritisierte dies scharf, obwohl der Verband die wirtschaftlichen Entlastungsmaßnahmen des Präsidenten begrüßte.
Die angekündigten finanziellen Hilfen zur Entlastung von Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen wurden vom nationalen Präsidenten des NACUSIP-TUCP, Roland de la Cruz, als lobenswert bezeichnet. Insbesondere der Vorschlag, die Grenze für die jährliche Einkommensteuerbefreiung von 250.000 auf 350.000 Pesos anzuheben, sowie Initiativen zur Senkung der Stromkosten und die Stärkung gezielter Finanzhilfen für besonders schutzbedürftige Gruppen wurden positiv hervorgehoben.
Trotz dieser Maßnahmen warnt de la Cruz vor der Kaufkraftverlust der Arbeitnehmer. Da die Inflation in der ersten Jahreshälfte durchschnittlich bei 4,8 Prozent lag, reichten Steuererleichterungen allein nicht aus, um die Grundbedürfnisse zu decken, solange die Gehälter nicht steigen. Die Gewerkschaftsführer drängen deshalb auf langfristige Strukturreformen, die über kurzfristige Hilfen hinausgehen.
Ein weiterer Kritikpunkt des NACUSIP-TUCP betrifft die Zuckerindustrie und die Arbeit der Zuckerregulierungsbehörde (Sugar Regulatory Administration, SRA). Die Genehmigung von Importen von 424.000 Tonnen raffiniertem Zucker gemäß der Sugar Order Nr. 8 hat die Preise an den Mühlen auf Werte zwischen 2.271 und 2.700 Pesos pro Sack gedrückt, was die lokalen Produzenten massiv belastet.
Die Reaktion der SRA auf den Befall durch die rotgestreifte Schmierlaus wurde vom Verband als ineffektiv bemängelt. Dies führte letztlich zu einem Notfallpaket in Höhe von 235 Millionen Pesos für 12.400 verdrängte Zuckerrohrbauern. Der NACUSIP-TUCP plant, künftig eng mit dem stellvertretenden Sprecher des Repräsentantenhauses, Raymond Mendoza, und anderen Gesetzgebern zusammenzuarbeiten, um diese versäumten Themen auf parlamentarische Ebene zu bringen.




