Gericht stoppt Mindestlohnerhöhung in Metro Manila
EditIn der Metropolregion Manila wurde die geplante Erhöhung des Mindestlohns vorerst ausgesetzt. Ein regionales Gericht in Pasig City (Regional Trial Court, RTC) erließ am Donnerstag eine einstweilige Verfügung (Temporary Restraining Order, TRO), die die Umsetzung der Lohnerhöhung um 85 Pesos blockiert. Grund für die Entscheidung war ein Antrag der Bauunternehmen Readycon Trading and Construction Corp. und R-II Builders, Inc.
Die Aussetzung der Lohnerhöhung betrifft schätzungsweise 1,4 Millionen Mindestlohnempfänger und löste bei Beschäftigten große Enttäuschung aus. Die Kassiererin Joan Walog erklärte, sie habe die zusätzliche Vergütung fest für die Ernährung ihres Kindes eingeplant. Auch die Produktionsmitarbeiterin Rosalie Alhambra kritisierte die Situation und merkte an, es sei schmerzhaft, dass die Erhöhung angekündigt und dann wieder zurückgenommen wurde.
Weitere Beschäftigte äußerten ihre Unzufriedenheit mit der Entscheidung. Eine Köchin namens Abbey erwog aufgrund der enttäuschenden Entwicklung sogar eine Kündigung. Die Arbeiter fühlten sich durch die Entscheidung übergangen. Arbeitsrechtsanwälte und die Gewerkschaft KMU stellten die Befugnis des Gerichts infrage, die Lohnerhöhung per einstweiliger Verfügung zu stoppen.
KMU-Vorsitzender Jerome Adonis verglich den Verlust der Lohnerhöhung mit dem täglichen Wegfall eines Kilogramms Reis im Budget einer Familie. Er forderte das Arbeitsministerium (Department of Labor and Employment, DOLE) auf, seine gesetzliche Autorität zu behaupten, und appellierte an Präsident Ferdinand Marcos Jr., sich zu dem Thema zu äußern. Das Arbeitsministerium DOLE stellte klar, dass die Lohnerhöhung für die Tage, an denen bereits gearbeitet wurde, dennoch gezahlt werden muss.
Arbeitsminister Francis Tolentino betonte, dass die Beschäftigten einen Rechtsanspruch auf diese bereits erbrachten Leistungen hätten. Da die Lohnabrechnungen vor der gerichtlichen Anordnung erstellt wurden, dürfe kein Geld zurückgefordert werden. Infolge der Entscheidung kam es bereits zu ersten Protesten. UST einen Lärmprotest durch.
Verschiedene Arbeitsgruppen planen zudem weitere Demonstrationen, um das DOLE zur Durchsetzung der Lohnerhöhung zu bewegen.



